Clustering, Gefühle, Kreatives Schreiben

Vergleiche und Metaphern

Stierkopf Picasso

 Ein Fahrradsattel mit einem Fahrradlenker der aussieht wie ein Stierkopf. So hat Picasso das Thema behandelt. Es ist ganz einfach: Diese beiden Dinge erwecken eine Vorstellung von etwas ganz Anderem weil sie eine vergleichbare äußere Erscheinung besitzen. Und solche „Vergleiche“  kannst du auch mit Worten „malen.“

Was sind Vergleiche und Metaphern?

 

Definition Metapher Vergleich

„Er fuhr schnell mit dem Fahrrad“ ist eine nüchterne Information, die unsere Phantasie nicht eben anregt und keine großen Gefühle aufkommen lässt.

Mit „als ob sein Fahrrad Flügel hätte“ bringen wir dann schon ein paar Assoziationen ins Spiel. Die Phantasie des Lesers wird angeregt. Er denkt vielleicht an Adler, Falken oder Tauben.

„Sein Fahrrad hatte Flügel“ setzt noch eins drauf indem wir einfach behaupten, dass es so ist. Wir verlassen den Bereich der reinen Ratio und stehen mit einem Fuß im Reich der Phantasie.- Gut so!

Wozu brauchen wir sie?

Metaphern vermitteln Gefühle
„Liebe ist nur ein Wort“, so heißt ein einstmals sehr erfolgreichen Roman. Ich habe ihn nicht gelesen, bin aber für den Titel voll Bewunderung, bringt er doch etwas auf den Punkt, für das ich hier viele Worte mache. „Liebe ist nur ein Wort“ – und nicht das Gefühl könnte ich allenfalls noch ergänzen.
Unsere Aufgabe ist es aber, dem Leser Gefühle zu vermitteln.
Er soll in Liebe dahinschmelzen, vor Angst schlottern, ergriffen heulen, vor Spannung zittern und unfähig sein das Buch auch nur einen Moment aus der Hand zu legen.

 

Unverbrauchte Metaphern

Wir müssen den Leser überraschen, ihm den Atem rauben, einen Aspekt der Welt beleuchten, der aus unserer konventionellen Sichtweise herausfällt. Und das funktioniert nur, wenn die Metaphern neu und frisch sind, wenn der Leser vielleicht etwas darüber stolpert. Denkt euch also eure eigenen Metaphern aus und lasst die alten in ihrer Mottenkiste.

Hier ein Beispiel von einem, der es drauf hat:

Übung Metaphern

  • Der Vogel sitzt auf dem Draht – aber er fliegt nicht.
  • Der Betrunkene tut nicht das, was er wirklich möchte und betäubt sich stattdessen.
  • Und der Wurm am Haken ist schon gar nicht frei.

Es ist also nicht weit her mit unserer Freiheit.

Der Song ist Jahrzehnte gespielt worden und zeigt, dass Vergleiche ein machtvolles Werkzeug sind. Und ich frage mich, ob ich überhaupt tue, was ich will oder ob ich nur den Vorstellungen genügen will, von denen ich (wahrscheinlich sogar fälschlich) vermute, dass andere sie über mich haben.

Kindermund

Kinder sind Meister der Vergleiche. Das müssen sie auch, denn oft fehlt ihnen in ihrer Sprachentwicklung ja noch das benötigte Wort.

Metaphern von Kindern

Es lohnt sich also, gute Metaphern und vergleiche zu finden. Vielleicht findest du sie ja von selbst aber hier zeige ich Dir einen Weg, sie systematisch zu finden.

Metaphern systematisch finden.

Das dies eine Schrottkarre ist, wird wohl jeder sehen. Aber in deinem Text sieht man sie eben nicht. Und vielleicht willst du sie ja nicht in allen Einzelheiten beschreiben. Um das richtige „Schrottkarrengefühl“ zu transportieren, helfen Vergleiche und Metaphern.

Clustering Metapher Übung

Die Äußere Gestalt, der Geruch, der Geschmack- mit allen unten aufgeführten  Eigenschaften kannst du versuchen, Vergleiche oder Metaphern zu bilden. Nicht immer geht das aber wenn du dich an die Liste hältst, findest du meistens etwas originelles.

 

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Übung

 

Kreatives Schreiben Clustering

Clustere zuerst alles, was dir zu dem Haus einfällt. Danach sollte es dir leicht fallen anhand der oben aufgeführten Eigenschaften ein paar starke Vergleiche oder Metaphern zu finden. Und denk dran-Bruchbude gilt nicht! Das hat man schon zu oft gehört.

Ich wünsche dir viel Freude und verabschiede mich für heute.

Schreib wild und gefährlich!

Dirk

 

 

 

Clustering, fiction, Kreatives Schreiben, Motivation, Professionell schreiben, Selbsterkenntnis

Angst vorm leeren Blatt?

Clustern hilft!

Kreatives Schreiben Clustering

Warum Clustern?

Kreativität bedingt eine gute Zusammenarbeit deiner Gehirnhälften. Es ist ein Unterschied, ob du deine Stichworte hintereinander schreibst oder in einem Cluster anordnest. Das hat Gabriele L. Rico rausgefunden. „Kreative Impulse entstehen durch das Zusammenwirken von bildlichem und begrifflichem Denken.“ Und die sind in unterschiedlichen Gehirnhälften verankert.

Kreatives Schreiben Clustering Gehirnhälftenmodell

Die Erfahrung in meinen Kursen zeigt, dass jeder, wirklich jeder davon profitiert.

Wie geht das?

Suche dir ein Wort oder einen kurzen Satz als Clusterkern also als Thema aus und schreibe es in die Mitte eines Blattes.

Nimm etwas, das dir am Herzen liegt, wofür du brennst, was dich umtreibt.

Notiere vom Kern aus alles, was dir dazu einfällt.

Und zwar wirklich alles! Vor Allem auch alles, was dir unsinnig erscheint. G.L. Rico beruft sich auf die Methode der freien Assoziation, mit der S. Freud seinen Patientinnen die Geheimnisse des Unbewussten entlockte.

Umkreise, verbinde mit Strichen, male drin rum und vermeide jede allzu intellektuelle Beschäftigung.

Beim Clustern schaust du eher deinem Geist bei der Arbeit zu. Und der produziert ja permanent Gedanken. – Oder hattest Du schon mal keinen Gedanken? Es geht genau um die Gedanken, die zum Thema des Clusters auftauchen und nicht um „richtig“ oder „falsch.“

Deine ganz eigenen Gedanken zum gewählten Thema werden sich bald herauskristallisieren. Schreibe sie in ein paar Sätzen nieder.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast einen Anfang gemacht und das ist der wichtigste Teil des Weges.

Und hier kannst Du es testen.

Kreatives Schreiben Clustering Gehirnhälftenmodell Glück

Im Seminar ist es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind.

Möchtest du es weiter versuchen? Hier ist dein Startsatz.

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Mehr Übungen findest Du hier:

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Viel Freude, so long for now.
Schreibt wild, schreibt gefährlich!