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Dialoge auf Speed

Hier zeige ich dir, wie du aus dem langweiligen Geplauder mit dem Autoren ihre Leser vergraulen einen Stoff destillierst, der süchtig macht -Mega-süchtig sogar.

Und es ist ganz einfach.

Akzeptiere, dass ein Dialog nicht das ist, was sich Leute so erzählen. Ein Dialog ist ein Kunstprodukt. Die drei Wichtigsten Zutaten lauten:

1. Konflikt, 2. Konflikt, 3. Konflikt

Hier ein Beispiel, wie du aus „nettem Geplauder“ einen Stoff mit Suchtpotenzial anmischst:

Das nette Geplauder lautet:

Wie geht es dir? Antwort: Sehr gut.  (Leser schläft schon)

Füge der Antwort zwei kleine Worte hinzu und schon hast du eine Rakete am Start:

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Wenn du in einer Partnerschaft lebst, weißt du:           Bei indirekten oder ausweichenden Antworten ist was im Busch!

Legen wir noch eins drauf:

Dialog schreiben

Hier geht schon die Post ab. Der Leser will jetzt wissen, was los ist. Aber das darfst du ihm noch nicht sagen. Lass die beiden noch ein Weilchen aufeinander eindreschen, lass das Telefon klingeln oder jemanden zu Besuch kommen. Der Leser will wissen worin der Konflikt besteht. Er wir weiter lesen, denn du hast ihn am Haken.

Sehr gut auch: Die Gegenfrage.

Wie geht es dir?

Warum fragst du?

oder

Warum fragst gerade du das? 

 

Und hier eine kleine Übung bei der du hemmungslos gemein sein darfst!

Finde die Niederschmetterndste Antwort auf

„Ich liebe Dich.“

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Die korrekte aber langweilige Antwort wäre:

„Ja, ich liebe Dich auch.“

Mit

„Ich liebe dich ja auch“

hast du schon starken Zweifel gesät. Geben wir noch ein Wort hinzu: „Eigentlich“

Viele Beziehungen befinden sich im „eigentlich“- Stadium. Das Gefühl ist zwar weg aber man nährt die Illusion, das es „eigentlich“ noch da ist oder sein könnte.-Irgendwo jedenfalls. Aber Gefühle, die man nicht fühlt, gibt es eben nicht.

„Eigentlich liebe ich Dich ja auch“

Das ist dann schon niederschmetternd. Auf jemanden, der mich „eigentlich“ liebt, könnte ich jedenfalls gut verzichten.

Aber da geht noch viel mehr. Wie wäre es mit:

„Ich dachte mit dem Thema wären wir durch“

Sicher fallen dir noch ein paar niederschmetternde Antworten ein. Mich würden sie brennend interessieren.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar. Vielleicht mit der allerniederschmetterndsten Antwort.

 

 

 

 

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Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Um richtig gut zu werden hier die Regeln Eins bis Drei. Sie lauten:

  Du musst sehr viel schreiben!

Hier findest Du gute und  erprobte Schreibübungen. Sie haben aber alle einen Nachteil: Du musst sie machen. -Nur lesen reicht nicht.

Die einfachste Methode um anzufangen ist ein Cluster. Hier siehst Du, wie man Clustert und warum es so hilfreich ist:        Angst vorm leeren Blatt?

Eine Vorschau deiner Schreibaufgaben.

Fange immer mit einem Cluster an und entwickle daraus einen Text. Und wenn du dabei den Eindruck gewinnst, dass deine Gedanken völlig banal und zum Gähnen langweilig sind, lass dir sagen: Das passiert jedem. -Nur weiterschreiben hilft.

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Ein Menschenauflauf vor der Flüchtlingsunterkunft kann viele Gründe haben. Beim Clustern werden dir welche einfallen. Formuliere sie und vielleicht wird eine kleine Geschichte daraus.

Schreibe sie aus mehreren Erzählperspektiven: Ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster der Unterkunft schaut, ein Polizist, Pizzabäcker von gegenüber, Obdachloser, Millionär, Macciavellist, oder die Bundeskanzlerin…

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Vom ewigen Licht bis zur Glühlampe. was sind Deine Ideen?

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Hier zwei Begriffe, die nah beieinander liegen. Sie bringen Spannung.

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Eine Übung in „Perspektive“

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Clustere und schreibe aus Sicht des Steins

 

Beschreibe zuerst ganz genau was du siehst, hörst, riechst sowie deine Körperempfindungen und Gefühle. Wenn du dann noch Metaphern findest, bist du gut unterwegs.

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Beim Schreiben musst du dich immer für eine Perspektive entscheiden. Hier für die des Schiffswracks.

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Clustere und schreibe aus Sicht des Wracks

 

 

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Du darfst auch über Dich schreiben.

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Ein Gegensatzpaar erzeugt Spannung.

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Was fällt dir zu den beiden Süßen ein?-Das Bild ist ziemlich berühmt.

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Und da fällt mir noch ein schön-rätselhaftes Zen-Gedicht ein. Es hat nur zwei Zeilen und reimen tut sich nichts. Aber mir ging es wochenlang nicht aus dem Kopf. Es war mein Koan. Wann kommt deine Erleuchtung?

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser,

doch sie vergessen niemals ihren Weg.

 

 

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