Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis, Schreibwerkstatt

Deine eigene Autorenstimme finden! — Wortinseln

Früher hatte ich mir nie Gedanken über meine Autorenstimme gemacht. Aber plötzlich war ich mir unsicher, ob ich überhaupt zum Schreiben befähigt war. Wo war diese Autorenstimme zu finden? Wie sollte ich überhaupt danach suchen?

über Deine eigene Autorenstimme finden! — Wortinseln

Charakterisierung, Dialog, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis, Schreibwerkstatt

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Um richtig gut zu werden hier die Regeln Eins bis Drei. Sie lauten:

  Du musst sehr viel schreiben!

Hier findest Du gute und  erprobte Schreibübungen. Sie haben aber alle einen Nachteil: Du musst sie machen. -Nur lesen reicht nicht.

Die einfachste Methode um anzufangen ist ein Cluster. Hier siehst Du, wie man Clustert und warum es so hilfreich ist:        Angst vorm leeren Blatt?

Eine Vorschau deiner Schreibaufgaben.

Fange immer mit einem Cluster an und entwickle daraus einen Text. Und wenn du dabei den Eindruck gewinnst, dass deine Gedanken völlig banal und zum Gähnen langweilig sind, lass dir sagen: Das passiert jedem. -Nur weiterschreiben hilft.

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Ein Menschenauflauf vor der Flüchtlingsunterkunft kann viele Gründe haben. Beim Clustern werden dir welche einfallen. Formuliere sie und vielleicht wird eine kleine Geschichte daraus.

Schreibe sie aus mehreren Erzählperspektiven: Ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster der Unterkunft schaut, ein Polizist, Pizzabäcker von gegenüber, Obdachloser, Millionär, Macciavellist, oder die Bundeskanzlerin…

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Vom ewigen Licht bis zur Glühlampe. was sind Deine Ideen?

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Hier zwei Begriffe, die nah beieinander liegen. Sie bringen Spannung.

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Eine Übung in „Perspektive“

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Clustere und schreibe aus Sicht des Steins

 

Beschreibe zuerst ganz genau was du siehst, hörst, riechst sowie deine Körperempfindungen und Gefühle. Wenn du dann noch Metaphern findest, bist du gut unterwegs.

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Beim Schreiben musst du dich immer für eine Perspektive entscheiden. Hier für die des Schiffswracks.

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Clustere und schreibe aus Sicht des Wracks

 

 

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Du darfst auch über Dich schreiben.

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Ein Gegensatzpaar erzeugt Spannung.

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Was fällt dir zu den beiden Süßen ein?-Das Bild ist ziemlich berühmt.

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Und da fällt mir noch ein schön-rätselhaftes Zen-Gedicht ein. Es hat nur zwei Zeilen und reimen tut sich nichts. Aber mir ging es wochenlang nicht aus dem Kopf. Es war mein Koan. Wann kommt deine Erleuchtung?

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser,

doch sie vergessen niemals ihren Weg.

 

 

Über Eure Beiträge als Kommentar freue ich mich und auch über ein „Gefällt mir“.

 

 

 

 

 

 

 

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Einfache Schritte zum Entwurf

Dieser Artikel handelt vom „Plotten“, also der planmäßigen Strukturierung des Textes vor dem Schreiben.

Die meisten Profis machen das.

Hier am Beispiel eines Buches, dass du vielleicht kennst:

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1. Beim Plotten beginnst du mit der Ein-Satz-Zusammenfassung.

„Nach dem Tod ihres Ehemannes heiratet Fermina ihren platonischen Jugendfreund Ariza, der ein Leben lang um ihre Liebe gekämpft hat.“

Der Vorteil: wenn du deinen Text jetzt schreibst, hast du immer einen roten Faden, vermeidest Irrwege und Umwege.

2. Erweitere deinen Satz zu einem vollständigen Absatz.

Dieser Absatz beschreibt den Aufbau, die Hauptcharaktere  und das Ende.

„Fermina Daza und Florentino Ariza lernen sich im ausgehenden 19. Jahrhundert als Jugendliche in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena  kennen. Nach dem von Ferminas Vater erzwungenen Ende ihrer platonischen Beziehung heiratet Fermina den Arzt Dr. Juvenal Urbino und bekommt mit ihm einen Sohn und eine Tochter. Ariza hatte ihr ewige Liebe geschworen und pflegt außer zahlreichen sexuellen Abenteuern keine Liebesbeziehung. Als Urbino stirbt, macht Ariza der Witwe erneut einen Antrag und gewinnt sie letztlich für sich.“

Das könnte dann auch schon der Klappentext sein.

3. Entwickle deine Charaktere

Das ist ein „weites Feld“ und deine wichtigste Aufgabe. Es gibt ein Buch mit dem Titel „Charakters make the Story.“  Du musst es nicht lesen, denn das Wichtigste steht schon im Titel.

Hier zwei Artikel aus diesem Blog, die dir beim Charakterisieren helfen.

Besser als Gott

Wie du faszinierende Charaktere erschaffst

Das Wichtigste beim Charakterisieren:

Du musst deutlich machen, was dein Protagonist will, warum er es will und wie er sich im laufe der Handlung entwickelt.

„Der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor“

 

4. Erweitere jeden Satz deiner Ein-Absatz-Version zu einem vollständigen Absatz.

Jetzt, nachdem du deine Protagonisten entwickelt hast und weißt, wie sie „ticken“ , was sie wollen und wie sie es entsprechend ihres Charakters zu erreichen suchen, wird es leichter sein.

Du hast deine Geschichte schon gut entwickelt. Lass deiner Phantasie nun freien Lauf aber bleibe bei dieser Geschichte und allem was ihr dient.

Wenn du mehr zum Thema nachlesen möchtest empfehle ich

How to Write a Novel Using the Snowflake Method (Advanced Fiction Writing) (Englisch) Taschenbuch – 18. Juli 2014
von Randy Ingermanson (Autor)

Ich werde diesen Artikel  demnächst noch fortsetzen.

Gut und lebendig schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur, Schreibwerkstatt

Biographisches Schreiben

Nehmen wir mal Bettina. Sie war PR-Fachfrau bei einem Reifenhersteller und nein -sie hat nie bei einem Begleitservice gearbeitet. Dann war sie drei Jahre mit Christian verheiratet und verließ ihn, als sein Stern als Spitzenpolitiker sank. In ihrer Biographie erfahren wir etwas über Tatoos, Esstörungen und die Schattenseiten des berühmt seins. Das Buch wird zum Bestseller. Aber muss man es gelesen haben?

Solltest du vor haben, deine Lebensgeschichte in die Welt zu bringen, dann halte bitte ein.

Stelle dir ein paar Fragen und beantworte sie ehrlich.

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Bei einer Biografie geht es um dich als Person.

Wenn du, sagen wir mal, ein begnadeter Entwicklungshelfer, Bienenzüchter, Politiker oder was auch immer warst, kannst du ja auch über Entwicklungshilfe, Bienenzucht etc. schreiben. Es sei denn du bist der Meinung, dass du, unabhängig von deinen Kenntnissen als Person interessant genug bist.

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„Die Fähigkeit, sein eigenes Leben objektiv zu betrachten und darzustellen, besitzt der Mensch nicht“

Von wem das Zitat stammt, weiß ich nicht mehr. Aber stell dir vor, Stalin würde seine Autobiografie schreiben. Würde er sich nicht als Held des Fortschritts sehen?

Und wir Normalos? Haben wir nicht auch unsere Lebenslügen, unsere blinden Flecke. All die Eltern, die ihre Kinder durch „Fürsorge“ ersticken oder nach ihrem Bild formen wollen.- Würden sie sich nicht als die großen Liebenden beschreiben?

„Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?“                                       (Matthaeus 7 aus der Lutherbibel )

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Wenn ich jetzt mit meiner dreihundertseitigen Biographie ankäme weiß ich nicht, ob sie jemand lesen wollte. Meine Kinder? Das bezweifle ich. Berühmt bin ich auch nicht, kann mir also die Mühe sparen. Es sei denn ich schreibe zur Selbstvergewisserung.

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Muss jemand wissen, dass ich meiner ersten Liebe auf einer Geburtstagsparty begegnet bin oder in der ersten Klasse nur eine Drei im Rechnen hatte? Ist an meinem Leben irgend etwas außergewöhnliches, dass andere faszinieren, inspirieren, das sie mit Gewinn lesen könnten?

Hüte dich vor Lug und trug.

Jean- Jaques Rousseau behauptete in seiner Biographie, er habe  fünf Kinder ins Waisenhaus gebracht. Heute nimmt man an, dass er damit über seine Zeugungsunfähigkeit hinwegtäuschen wollte.

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Bei Politikern geht es oft um Rechtfertigungen und ihre Rolle in Skandalen.

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Du siehst, es gibt viele Biografien, die niemand braucht.

Hier noch mal deine Schlüsselfragen:

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Willst du noch immer deine Biografie schreiben? – Dann fange erst mal an welche zu lesen. -Es gibt nämlich sehr lesenswerte.

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So long for now

Viel Spaß beim Schreiben Ich freue mich über dein Feedback oder Like.

Charakterisierung, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt, Selbsterkenntnis

Was du dem Leser über deinen Helden unbedingt verraten solltest — Autorentraining

Der Held oder die Heldin in einem Roman ist eine Figur, mit der der Leser sich identifiziert. Er fühlt den Herzschmerz, den Grusel oder die Hoffnungen und Enttäuschungen dieser Person mit. Je besser er deine Schöpfung kennt, umso näher kommt er ihr? Nicht ganz. Wenn dein Held zu exakt beschrieben ist, hast du ihm vielleicht […]

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Charakterisierung, Kreatives Schreiben, Motivation, Schreibwerkstatt

Besser als Gott

Hubert Jedermann mäht Dienstags von 17:00 Uhr bis 17:25 Uhr den Rasen. Um 17:30 Uhr isst er zu Abend und sieht fern. Und um 22:30 Uhr legt er sich nieder um  morgens, immer mit zwei Tassen Kaffee und zwei Brötchen, in den Tag zu starten. In irgendeinem Büro macht er eine Arbeit, die sogar ihm selbst gleichgültig ist. (Bei einer Umorganisation hatte man ihn mal ganz vergessen.)

Charakterisierung
Hier sein gepflegter Gartenzaun

Falls du noch weiterliest, wir sind beim Mittwoch und der unterscheidet sich vom Dienstag dadurch, dass erstens der Rasen schon gemäht ist und zweitens, Hubert am darauffolgenden Donnerstag regelmäßig eine Stunde später zur Arbeit erscheinen muss. Das macht ihn übermütig. Um 22:30 Uhr fühlt er sich also frei, sich seiner Angetrauten geschlechtlich zu nähern, was ihn bis 22:45 Uhr (man soll es nicht übertreiben, schließlich klagt sie ständig über Migräne) in Anspruch nimmt. -Mehr könntest du bei ihrem Therapeuten erfahren.

Charakterisierung

aber ehrlich: Das willst du nicht wissen. Das Wochenende? – Grillen mit den Freunden vom Kegelverein und zwar immer mit den selben, die auch die gleichen sind.

Und auch wenn du es nicht glaubst: Gott in seinem unergründlichen Ratschluss erschafft solche Geschöpfe.

Die Frage, ob man an einen Gott glauben sollte, der solche Geschöpfe erschafft, überlasse ich Dir aber einen dringenden Rat möchte hier loswerden:

Überlasse es diesem Gott nicht, deine Protagonisten zu erschaffen!

Das geht besser und hier erfährst Du, wie du es  anstellst.

Sei dir über zwei Dinge im Klaren:

1. Dein Protagonist muss etwas wollen und er muss es um alles in der Welt wollen.

Denn der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor.

2. Du must glaubhaft vermitteln, warum der Protagonist das will was er will.

Dazu musst Du deinen Protagonisten und ebenso den Antagonisten genau kennen.

Alles, was man über einen Menschen wissen kann.

Wenn du diese Merkmale beschrieben hast, kannst du ihn in jede beliebige Situation bringen und wirst immer wissen, wie er sich darin verhält.

Beispiel:  (Hier wohl eher ein Antagonist)

Udo trat den Vorgartenzaun nieder, stampfte zielstrebig über die Reihe frisch gepflanzter Stiefmütterchen, brach im Vorbeigehen die Stockrosen von der Hauswand und steckte seine halb leere Schale „Pommes rot und weiß“ in den Briefkastenschlitz. Im Weggehen kippte er noch die Mülleimer um.

Du zeigst deinen Prot. bei einer Handlung, die ihn charakterisiert. Sagen musst du jetzt nicht mehr viel. – der Leser hat begriffen.

Und der Antagonist?

Er will das, was der Protagonist will eben genau nicht. Du kannst ihn nach dem obenstehenden Schema entwickeln.

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Dabei gilt: Sympathy for the Devil.

Auch der Böse muss ein paar gute Eigenschaften haben und es muss dem Leser  verständlich sein, warum er so ist wie er ist. (Vielleicht wurde sein Vater ja von einem Polizisten erschossen, der dafür nie zur Rechenschaft gezogen wurde)

Und jetzt eine Übung: Charakterisiere den Mann mit Hut nach der oben gezeigten Tabelle. Du weißt nichts von ihm? – Dann erschaffe ihn- und sei besser als Gott.

Viel Spaß dabei!

Wenn du interessante Charaktere hast, ist der Weg zur packenden Geschichte nich mehr weit. Wie du einen guten Anfang machst, erfährst du in meinem Beitrag:

Einfache Schritte zum Entwurf

Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt

Wie schreibt man ein Exposé? —

Wenn Du Dich für die traditionelle Veröffentlichung bei einem Verlag entschieden hast, musst Du für gewöhnlich allen Agenten, denen Du das Buch vorstellten willst, ein Exposé zukommen lassen. Hier findest Du heraus, was genau Du tun musst.

über Wie schreibt man ein Exposé? —

Kreatives Schreiben, Motivation, Schreibwerkstatt

Schreiben: Handwerk oder Kunst? — Wortinseln

Viele Onlineschulen für Autoren locken mit der Vorstellung, man könne Schreiben lehren und lernen, ähnlich einem Handwerk. Nicht selten wird da von dem „richtigen Werkzeug“ gesprochen und „dieser einen Technik“, mit der jedes Buch zum Bestseller wird. Aber reicht das wirklich aus?

über Schreiben: Handwerk oder Kunst? — Wortinseln

Kreatives Schreiben

Schreiben – reine Übungssache?

Wortinseln

Noch vor einem Jahr hatte ich erhebliche Bedenken, was Wortzahlvorgaben und ein festes Schreibpensum betrifft. In Schreiben unter Zwang habe ich mich explizit dagegen ausgesprochen, mir selbst ein Arbeitspensum aufzuerlegen.
Heute sehe ich das anders. Wie in meinem letzten WIP beschrieben, liegt meine durchschnittliche Erwartung bei 500 Wörtern am Tag, an freien Tagen bei 1000 Wörtern, und ich denke darüber nach, die Wortzahlvorgabe anzuheben.

Damals wäre das unvorstellbar gewesen.

Zum Verständnis: Ich habe im letzten Jahr nach sechs langen Jahren mein Studium der Germanistik und Philosophie abgeschlossen, zwei sehr schreibintensive Studiengänge. Insgesamt habe ich in dieser Zeit dreiundvierzig Hausarbeiten und Essays sowie meine Examensarbeit geschrieben.

Im Gegensatz zum literarischen Schreiben ist wissenschaftliches Schreiben ziemlich anstrengend. Es geht nicht nur darum, komplizierte Sachverhalte richtig darzulegen, eigene Meinungen sinnvoll zu begründen und sich wissenschaftlich gewählt auszudrücken, sondern erst einmal grundlegend das zu verstehen, was andere über das Thema gesagt haben und dieses…

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Kreatives Schreiben

Elfchen – Kleines Gedicht aus 11 Wörtern in 5 Zeilen

Hallo Petra,
gut erklärt und mit einem schönen Bild. Elfchen-schreiben hat mir schon viel Freude gemacht, -vor Allem in der Gruppe. Und eigentlich wollte ich darüber schon selbst schreiben. aber Dein Artikel ist perfekt. Du gibst wie ich sehe das Re-bloggen frei also drücke ich jetzt mal den Knopf auf das die Elfchen der Welt Freude bringen mögen. Ich danke Dir ganz herzlich!
Dirk

Schreibteufelblog

Das Elfchen besteht aus 5 Zeilen deren Inhalt sich wie folgt zusammensetzt :

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