Kreatives Schreiben, Motivation, Selbsterkenntnis

Jeder ein Schriftsteller?

Meine Antwort: Nein

Ich gebe Kurse im Kreativen Schreiben und jeder, wirklich jeder bringt dort seine Gedanken zu Papier, tauscht sich mit Anderen aus, gewinnt Selbsterkenntnis,  lernt achtsamer durch die Welt zu gehen und Sprache besser zu gebrauchen.

Und jeder macht die beglückende Erfahrung, dass er nichts braucht als Schreibblock, Bleistift und ein paar aufgeschlossene Menschen um gemeinsam in die Welt der Phantasie zu reisen.

Aber Schriftsteller? Ich zähle hier einfach mal auf:

  • Warten nicht, bis die Muse sie küsst. Aber die Muse weiß, wo sie zu finden sind:    Zu ganz bestimmten Zeiten am Schreibtisch.
  • Schreiben zur Prime-Time, also zu der Zeit, die andere für ihre wichtigsten Freizeitbeschäftigungen benutzen.
  • Lesen viel, weil sie Bücher lieben und lernen nebenbei eine gute von einer schlechten Stilistik, einen glaubwürdigen von einem unglaubwürdigen Text zu unterscheiden.
  • Und ja, -du hast es schon verstanden, es ist gut mal ein „schlechtes“ Buch zu lesen. Hölzerne Charaktere, unnütze Adverbien und Füllwörter, Achterbahnfahrten durch alle Stilschichten, scheußliche Passivformulierungen und Stereotype Handlungsabläufe schärfen den Blick. Du darfst dich auch hemmungslos amüsieren, wenn die Schreiber ihr Thema nicht kennen und sich deshalb auch nur in Allgemeinplätzen darüber auslassen können.

Kreatives Schreiben Ausdruck

Über den richtigen Ausdruck hatte ich schon geschrieben:      Der richtige Ausdruck?

Und jetzt kommt das Wichtigste:

Lerne, in der Welt deiner Phantasie zu leben.

Verteidige sie gegen jeden Zugriff. Gewöhne dir den Medienkonsum ab. Das Gelaber von Werpapierexperten und Talkmastern, die Kriege, die Produktwerbung. all dies Getöse lenkt dich von deiner Innenwelt ab, verdrängt deine Gedanken und Gefühle oder lässt sie unwichtig erscheinen. Es kann helfen morgens als Erstes, wenn du deinen Träumen noch näher bist als dem, was andere als die „Realität“ bezeichnen zu schreiben. Warum sollen deine geistige Welt, deine Träume weniger wert sein? Tolkien hat über Zwerge mit haarigen Füßen geschrieben…

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser.             Doch sie vergessen niemals ihren Weg.        

Mach also die Türe hinter dir zu und tauche ab in Deine Welt.

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar.

Wenn er dir nicht gefallen hat freue ich mich erst Recht.

 

Charakterisierung, Motivation, Schreibwerkstatt

Wie du faszinierende Charaktere erschaffst

Kennst du den Menschen, über den du schreibst? Kennst du ihn bis in die letzten Winkel seiner Seele? Weißt du was er will, wovon er träumt, wovor er Angst hat?  Kannst du ihn in jede beliebige Situation bringen und weißt genau wie er reagieren wird, was er auf eine Frage antwortet und was er verschweigt?

Um dahin zu kommen hilft es, ihn in allen unten genannten Aspekten zu beschreiben, um dich letztlich in ihn einzufühlen.

 

Alles, was man über einen Menschen wissen kann.

Der Name ist wichtig!

Gehe in ein Namensregister. Dort stehen die häufigsten Namen nach Geburtsjahrgängen und für Deutschland sogar unterteilt nach Süd, Nord und West. Falls du den Protagonisten beim Vornamen nennst, halte ihn kurz. Du musst ihn schließlich oft schreiben und der Leser muss ihn oft lesen. Beim Nachnamen darf es dann etwas mehr sein. Und das Geburtsjahr ist wichtig. Spielt im Text beispielsweise der Fall der Mauer eine Rolle? – Dann solltest du überlegen, in welchem Alter dein Protagonist damals war.

Namen zaubern auch eine Atmosphäre.

„Guido Ucks“ käme nicht so gut.

Wie wäre es mit

Dr. Gabriela de Lourdes Contreras Cortez.

Ich habe den Namen aus einem mittelamerikanischen Telefonbuch. Da schwingen Assoziationen, da startet die Phantasie durch und der Anfang einer aufregenden Geschichte liegt  in der Luft…

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Was macht diese faszinierende Frau den Rest der Woche? Bei Gabriela möchtest du gerne mehr erfahren,  was dir bei Udo Ucks vielleicht schwerer gefallen wäre.

Oder wie wäre es mit

Julio Cesar Rivera de la Martinez.

Charakterisierung

Julios Name bringt die Phantasie auf Touren: Julius Cäsar, Diego Rivera (oder Maradona), etwas Adelsflair und einfach der Klang, alles schwingt zusammen, beflügelt Leser und Autor. Da fließen die ersten Zeilen für den Handlungshintergrund nur so dahin.

Beide Charaktere schenke ich Dir. Möchtest Du deren Geschichte weiter schreiben?

Ich werde sie lesen, dir ein Feedback schicken und, wenn du möchtest, auf Schreibrausch veröffentlichen.

Du hast zwei Möglichkeiten: Einfach drauflos schreiben oder zunächst nach den oben gezeigten Kriterien charakterisieren. Vielleicht nimmst du Gabriele und Julio beide in Deine Geschichte. Sollen sie sich am Ende kriegen? Dann überlege dir gewichtige Gründe, die dagegen sprechen. Du kannst als Einstieg auch mit einem Cluster arbeiten.

In meinem Beitrag „Angst vorm leeren Blatt?“ siehst du, wie du mit Hilfe eines Clusters deine Gedanken sammelst und einen Anfang findest: https://wordpress.com/post/schreibrausch.wordpress.com/710

Taufnamen nach Jahreszahl und Region gibt es im Netz

https://www.beliebte-vornamen.de/

 

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Die Kleidung und alle äußeren Merkmale

sind deine Chance zur Charakterisierung. Das Motto: Details, Details, Details.

Es sollte in deinen Geschichten keine „Männer“, keine „Frauen“, keine „Autos“, keine „Jacken“ geben. Stattdessen zum Beispiel:

  • Einen schlanken Mittvierziger, glattrasiert und mit Ferrari-Emblem auf dem schwarzen Leder-Blouson.
  • Eine Achtzehnjährige, die rauchend ihren Kinderwagen schiebt und dabei unablässig auf ihr Handy starrt.
  • Ein VW-Käfer mit Pril-Blümchen und Dachgepäckträger.
  • Ein Sakko aus dickem Harris-Tweed mit Lederknöpfen.

Einfach statt des allgemeinen Ausdrucks den besonderen wählen. Mehr dazu in meinem Beitrag: Der richtige Ausdruck: https://wordpress.com/post/schreibrausch.wordpress.com/684

 

Sprache und Sprechweise

„Winnetou grüßt seinen Bruder Old Shatterhand.“

„Winnetou hört die Stille“

Das sind beeindruckende Beispiele für die Charakterisierung durch Sprache. Winnetou spricht in der dritten Person von sich und dass er „die Stille hört“ wird heute Esoteriker und Anhänger vom Mythos des „Edlen Wilden“ begeistern. Dieser Mythos geht übrigens auf Rousseau zurück und ist von der Ethnologie längst widerlegt. Er ist von Karl May benutzt worden und hat dazu beigetragen, dass viele sich an Winnetou erinnern.

Der Beruf

mich regt es kolossal auf, wenn ich nicht erfahre, wovon der Protagonist seinen Lebensunterhalt bestreitet und das geht wohl den Meisten so, die nicht reich geboren wurden, die den Großteil ihrer Kraft aufwenden müssen, um ihre materielle Existenz zu sichern.

Gute und schlechte Eigenschaften

Protagonist und Antagonist müssen gute und schlechte Eigenschaften besitzen. Es sei denn du schreibst ein Märchen, da darf die gute Fee nur gut und der Drache nur böse sein. Märchen sind auf andere Art tiefsinnig. Oder du schreibst Trivialliteratur. Da darf es noch die schnurbartzwirbelnden Finsterlinge geben und die selbstlosen Zorros  dürfen ihr Z in den Schnee ritzen und unerkannt verschwinden.

Der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor!

Übung: Finde drei Bücher/Filme/Fernsehsendungen und beschreibe, was der Protagonist will.

Mittel zur Charakterisierung des Antagonisten

Physische Ticks: Unwillkürliches Blinzeln, ständiges Schniefen, zupfen am Ohrläppchen,
Psychische Tics: Zwanghaftes Wiederholen von Satzenden.
Zwinkert anderen zu, Hustet ständig zwanghaft. Ordnungswahn. Messie.

Verhalten gegenüber Menschen:

Extrem charmant
Übertrieben ehrerbietig
Unhöflich, arrogant, gelangweilt
Schlaffer Händedruck (wie ein Spüllappen)
Schaut an einem vorbei. Lächelt nur mit dem Mund, riecht nach Gyros mit Tsaziki

Namen die übel klingen: Udo Ucks

Protagonisten durchlaufen eine Entwicklung

Sie erkennen  ihre Bestimmung und lernen dass sie ihre Lebensumstände verändern müssen.

Beispiel: Der Hobbit Frodo Beutlin.

Charakterisierung

Frodo ist in den Besitz des Rings der Macht gelangt und begreift in einem langen und schmerzlichen Prozess, dass es an ihm ist, den Ring zu vernichten. Dabei helfen ihm seine Freunde. Das ist die Grundlage für seine Handlungen.

Protagonisten und Antagonisten verfolgen ihre Ziele mit Energie und Willensstärke.

Beide dürfen einander in nichts nachstehen, denn wenn einer die Oberhand gewinnt, ist deine Geschichte zu Ende.

Als Schriftsteller darfst du deinem Protagonisten alles zumuten, was du in deinem Leben niemals haben möchtest: Angst, Todesgefahr, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Feinde.

Und der Protagonist? – Er darf nicht aufgeben, nie sein Ziel aus den Augen verlieren auch wenn das Schicksal ihn unbarmherzig niederknüppelt. Die Leser werden ihn dafür lieben. Hier am Beispiel von Gabriel Garcia Marquez Roman:

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Fermina heiratet den reichen Arzt Dr. Urbino. Florentino arbeitet sich bis zum Direktor der Dampfschifffahrtsgesellschaft hoch um gesellschaftlich mit Fermina verkehren zu können. Nach Dr. Urbinos Tod im hohen Alter wirbt er wieder um sie und wird schroff abgewiesen. Aber auch dann gibt er nicht auf und schließlich erhört sie ihn doch.

So viel für heute. ich hoffe der Artikel hat dir geholfen.

Übungen

Lass dir eines versichern: Schreiben lernst du nur, indem du es unentwegt tust.

Mein Nächster Beitrag: Übungen auf dem Weg zum Meister.

Wenn du gute Charaktere erschaffen hast, ist der Weg zur guten Geschichte nicht mehr weit. Wie du einen guten Anfang machst erfährst du in meinem Beitrag

Einfache Schritte zum Entwurf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Charakterisierung, Kreatives Schreiben, Motivation, Schreibwerkstatt

Besser als Gott

Hubert Jedermann mäht Dienstags von 17:00 Uhr bis 17:25 Uhr den Rasen. Um 17:30 Uhr isst er zu Abend und sieht fern. Und um 22:30 Uhr legt er sich nieder um  morgens, immer mit zwei Tassen Kaffee und zwei Brötchen, in den Tag zu starten. In irgendeinem Büro macht er eine Arbeit, die sogar ihm selbst gleichgültig ist. (Bei einer Umorganisation hatte man ihn mal ganz vergessen.)

Charakterisierung
Hier sein gepflegter Gartenzaun

Falls du noch weiterliest, wir sind beim Mittwoch und der unterscheidet sich vom Dienstag dadurch, dass erstens der Rasen schon gemäht ist und zweitens, Hubert am darauffolgenden Donnerstag regelmäßig eine Stunde später zur Arbeit erscheinen muss. Das macht ihn übermütig. Um 22:30 Uhr fühlt er sich also frei, sich seiner Angetrauten geschlechtlich zu nähern, was ihn bis 22:45 Uhr (man soll es nicht übertreiben, schließlich klagt sie ständig über Migräne) in Anspruch nimmt. -Mehr könntest du bei ihrem Therapeuten erfahren.

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aber ehrlich: Das willst du nicht wissen. Das Wochenende? – Grillen mit den Freunden vom Kegelverein und zwar immer mit den selben, die auch die gleichen sind.

Und auch wenn du es nicht glaubst: Gott in seinem unergründlichen Ratschluss erschafft solche Geschöpfe.

Die Frage, ob man an einen Gott glauben sollte, der solche Geschöpfe erschafft, überlasse ich Dir aber einen dringenden Rat möchte hier loswerden:

Überlasse es diesem Gott nicht, deine Protagonisten zu erschaffen!

Das geht besser und hier erfährst Du, wie du es  anstellst.

Sei dir über zwei Dinge im Klaren:

1. Dein Protagonist muss etwas wollen und er muss es um alles in der Welt wollen.

Denn der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor.

2. Du must glaubhaft vermitteln, warum der Protagonist das will was er will.

Dazu musst Du deinen Protagonisten und ebenso den Antagonisten genau kennen.

Alles, was man über einen Menschen wissen kann.

Wenn du diese Merkmale beschrieben hast, kannst du ihn in jede beliebige Situation bringen und wirst immer wissen, wie er sich darin verhält.

Beispiel:  (Hier wohl eher ein Antagonist)

Udo trat den Vorgartenzaun nieder, stampfte zielstrebig über die Reihe frisch gepflanzter Stiefmütterchen, brach im Vorbeigehen die Stockrosen von der Hauswand und steckte seine halb leere Schale „Pommes rot und weiß“ in den Briefkastenschlitz. Im Weggehen kippte er noch die Mülleimer um.

Du zeigst deinen Prot. bei einer Handlung, die ihn charakterisiert. Sagen musst du jetzt nicht mehr viel. – der Leser hat begriffen.

Und der Antagonist?

Er will das, was der Protagonist will eben genau nicht. Du kannst ihn nach dem obenstehenden Schema entwickeln.

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Dabei gilt: Sympathy for the Devil.

Auch der Böse muss ein paar gute Eigenschaften haben und es muss dem Leser  verständlich sein, warum er so ist wie er ist. (Vielleicht wurde sein Vater ja von einem Polizisten erschossen, der dafür nie zur Rechenschaft gezogen wurde)

Und jetzt eine Übung: Charakterisiere den Mann mit Hut nach der oben gezeigten Tabelle. Du weißt nichts von ihm? – Dann erschaffe ihn- und sei besser als Gott.

Viel Spaß dabei!

Wenn du interessante Charaktere hast, ist der Weg zur packenden Geschichte nich mehr weit. Wie du einen guten Anfang machst, erfährst du in meinem Beitrag:

Einfache Schritte zum Entwurf

Kreatives Schreiben, Motivation, Schreibwerkstatt

Schreiben: Handwerk oder Kunst? — Wortinseln

Viele Onlineschulen für Autoren locken mit der Vorstellung, man könne Schreiben lehren und lernen, ähnlich einem Handwerk. Nicht selten wird da von dem „richtigen Werkzeug“ gesprochen und „dieser einen Technik“, mit der jedes Buch zum Bestseller wird. Aber reicht das wirklich aus?

über Schreiben: Handwerk oder Kunst? — Wortinseln

Kreatives Schreiben, Motivation, Schreibwerkstatt, Selbsterkenntnis

Motivationstief überwinden – 12 Tipps

Wortinseln

Es ist Samstagmittag, strahlend blauer Himmel und halb Rostock versucht gerade, noch ein freies Plätzchen am völlig überfüllten Strand von Warnemünde zu finden. Ich sitze stattdessen in meinem überhitzten Wohnzimmer mit dem heiß gelaufenen Laptop auf meinem Schoß und schreibe an meiner Geschichte. Typisch Schriftsteller! Statt rauszugehen und das Leben zu genießen, verlieren sie sich in Traumwelten, die sie quälend langsam zu Papier bringen.
Ja, so ist das eben, wenn man ein Ziel hat, muss man sich auch mal auf den Hosenboden setzen und durchziehen! Dass das unabhängig vom Wetter nicht immer einfach ist, habe ich in den letzten zwei Monaten feststellen müssen. Die bekanntlich beste Ausrede ist ja: Ich hatte einfach keine Zeit! Tatsächlich hatte ich jedoch Zeit ohne Ende. An was es vielmehr fehlte, war Motivation.
Wie man ein solches Schreibtief überwinden kann, habe ich auf Twitter gefragt und eine Menge toller Tipps erhalten, die ich euch hier…

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Gefühle, Motivation, Selbsterkenntnis

Warum schreiben?

Warum willst du schreiben? Das ist die Generalfrage  und deshalb gehört sie an den Anfang.

Und, gleich mal vorab, ich kann dir nicht sagen warum gerade Du schreiben sollst.

Hier eine Auswahl von Gründen, teils aus der Fachliteratur und teils von Seminarteilnehmern. Ob dies aus deiner Sicht gute Gründe sind, kannst du selbst entscheiden.

Kreatives Schreiben Buch schreiben

„Erkenne dich selbst“

stand über dem Eingang des Apollon-Tempels in Delphi, einem der wichtigsten Heiligtümer der Antike. Und Apollon war in seinem „Resort“ in Buch schreibenPersonalunion unter Anderem für die Dichtkunst und die Heilkunst zuständig.

„Erkenne dich selbst und gesunde“ ist übrigens als „Langversion“ überliefert, aber vielleicht reichte oben auf dem Tempel ja der Platz nicht 😉

Unter Anderem auf Selbsterkenntnis verweisen folgende der oben angegebenen Punkte:

  1. Ich möchte mich selbst ausdrücken

  2. An sich selbst arbeiten

  3. Sich kennenlernen

  4. Gemeinschaft und Austausch mit Menschen

  5. Therapeutisches Schreiben

Wenn ich mich ausdrücken, an mir arbeiten, mich kennenlernen oder therapieren will, dann stoße ich schnell auf die Frage „Wer ist eigentlich „ich“? , sind die Vorstellungen, die ich von mir habe zutreffend oder sind es Täuschungen?

Die Beschäftigung mit selbst verfassten Texten kann helfen, weil sie uns zur Reflexion bringt und im besten Fall auch unsere Leser. Und natürlich, wenn wir unsere Texte mit denen anderer Kursteilnehmer vergleichen, tun sich neue, ungeahnte Sichtweisen auf, weil die durch ihre eigene, ganz andere Brille sehen. Zum Therapeutischen schreiben brauchst du übrigens einen entsprechend ausgebildeten Lehrer, da kann ich dir nicht helfen.

Hatten sie vielleicht eine Offenbarung?

Das ist kein Witz, denn Judentum, Christentum, die Lehre Buddhas und der Islam berufen sich  auf Offenbarungen.  Und auch Rudolf Steiner begründete seine Lehre letztlich mit Offenbarungen.  Erkennen wir einfach die Tatsache an, dass Schriften, deren Verfasser sich auf Offenbarungen berufen, große Verbreitung gefunden haben.

Dem Leser eine Erfahrung vermitteln, die über sein alltägliches Erleben hinausgeht.

Das sollten wir versuchen, am Besten indem wir unsere Texte gut recherchieren und indem wir in Sachen Selbsterkenntnis tief getaucht sind. Aber mal ehrlich: Kennst du das alltägliche Erleben deines Lesers?

Einsichten ermöglichen, die durch Konvention und Schamgefühl blockiert waren.

Auch hier gilt: Wir kennen den Leser ja nicht und wissen nicht, ob bei ihm Einsichten blockiert sind. Aber trotzdem,- Konventionen und Gefühle zu hinterfragen kann sich lohnen.- für den Leser und für den Schreiber.

Dem Autor Vergnügen bereiten

ist aus meiner Sicht einer der besten Gründe zu schreiben und wer es einmal erlebt hat, der will es nicht mehr missen.

Ich habe etwas zu sagen

Du stehst auf einer Bühne vor einem riesigen Publikum. Vor dir die Mikrophone der Weltpresse, neben dir ein Gebirge von Lautsprechern.

Es herrscht gespannte Stille und all die Menschen wollen nur eines von dir hören:

Worum geht es in deinem Text eigentlich?

Du hast zwei Sätze.

Wenn dein Text eine klare Aussage hat, dann wird es dir gelingen, sie in zwei Sätze zu packen, vielleicht sogar in einen. Wenn es nicht gelingt, handelt er vielleicht von Allem und von Nichts. Probiere es mit einem eigenen oder fremden Text aus.

Hier Hamlet in zwei Sätzen:

Claudius, des Königs Bruder, ermordet den Herrscher, reißt die Krone an sich und heiratet Gertrude, die Witwe des Königs. Prinz Hamlet strebt danach, seinen Vater zu rächen.

(Der Rest ist Gemetzel)

Dem Leser ein Gefühlserlebnis vermitteln

Das wirst du schon müssen, denn sonst wird niemand weiter lesen.- Und das gilt auch für Sachbücher. -Es sei denn du schreibst ein Telefonbuch.

Wie Du dem Leser Gefühle vermittelst,- das zeige ich in einem meiner nächsten Beiträge.

So long

Schreibt wild und gefährlich!

Euer Dirk

Clustering, fiction, Kreatives Schreiben, Motivation, Professionell schreiben, Selbsterkenntnis

Angst vorm leeren Blatt?

Clustern hilft!

Kreatives Schreiben Clustering

Warum Clustern?

Kreativität bedingt eine gute Zusammenarbeit deiner Gehirnhälften. Es ist ein Unterschied, ob du deine Stichworte hintereinander schreibst oder in einem Cluster anordnest. Das hat Gabriele L. Rico rausgefunden. „Kreative Impulse entstehen durch das Zusammenwirken von bildlichem und begrifflichem Denken.“ Und die sind in unterschiedlichen Gehirnhälften verankert.

Kreatives Schreiben Clustering Gehirnhälftenmodell

Die Erfahrung in meinen Kursen zeigt, dass jeder, wirklich jeder davon profitiert.

Wie geht das?

Suche dir ein Wort oder einen kurzen Satz als Clusterkern also als Thema aus und schreibe es in die Mitte eines Blattes.

Nimm etwas, das dir am Herzen liegt, wofür du brennst, was dich umtreibt.

Notiere vom Kern aus alles, was dir dazu einfällt.

Und zwar wirklich alles! Vor Allem auch alles, was dir unsinnig erscheint. G.L. Rico beruft sich auf die Methode der freien Assoziation, mit der S. Freud seinen Patientinnen die Geheimnisse des Unbewussten entlockte.

Umkreise, verbinde mit Strichen, male drin rum und vermeide jede allzu intellektuelle Beschäftigung.

Beim Clustern schaust du eher deinem Geist bei der Arbeit zu. Und der produziert ja permanent Gedanken. – Oder hattest Du schon mal keinen Gedanken? Es geht genau um die Gedanken, die zum Thema des Clusters auftauchen und nicht um „richtig“ oder „falsch.“

Deine ganz eigenen Gedanken zum gewählten Thema werden sich bald herauskristallisieren. Schreibe sie in ein paar Sätzen nieder.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast einen Anfang gemacht und das ist der wichtigste Teil des Weges.

Und hier kannst Du es testen.

Kreatives Schreiben Clustering Gehirnhälftenmodell Glück

Im Seminar ist es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind.

Möchtest du es weiter versuchen? Hier ist dein Startsatz.

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Mehr Übungen findest Du hier:

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Viel Freude, so long for now.
Schreibt wild, schreibt gefährlich!