Buch schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Spannung, Lifeatmosphäre und Austausch mit Gleichgesinnten

…das bieten meine Lesungen. https://schreibrausch.com/2019/02/21/lesungen-in-koln-und-huckeswagen/ (öffnet in neuem Tab)

Für SchriftstellerInnen, die ja bekanntlich im Elfenbeinturm leben und LeserInnen sind sie wertvolle Gelegenheiten, sich persönlich zu begegnen.

Teste deine Lesezeit

Für eine Normseite mit 1,5-fachem Zeilenabstand benötige ich zum Beispiel etwa 2,5 Minuten. Besonders wenn du aufgeregt bist wirst du zu schnell lesen. wenn du hektisch wirst, hast du verloren. -Halte dich im Zaum.

Lerne den Umgang mit Mikrophonen und Stativen.

  • Mach dich mit den Verstellmöglichkeiten des Mikrofonstativs vertraut. Richte das Mikrophon so aus, dass du in normaler, aufrechter Sitzhaltung etwa 8 cm Abstand hast. Sprich von vorne in das Mikrophon.
  • Frage deine Zuhörer, ob du gut zu verstehen bist. Bitte jemanden, die Lautstärke so zu regulieren, dass du ohne Anstrengung sprichst.

Beachte die Aufmerksamkeitsspanne.

Lies nicht mehr als 4 Seiten je Block. Die meisten Menschen sind schon mit zwei überfordert. Plane Pausen ein und kündige sie an. Bist du in einem Lokal, kann der Kellner in Aktion treten.

Bring was mit!

Wenn deine Lesung von einer Reise handelt, dann zeige Souvenirs vor, für Krimis eine schöne Mordwaffe, für die Familiensage die Mappe deines Urgroßvaters.

Finde die richtige Position des Manuskripts.

  1. Halte keine riesigen Ordner oder Notebooks zwischen dich und dein Publikum. Hefte den Text lieber aus und nimm ihn in die Hand oder benutze handliche E-Reader.
  2. Falls du Teile aus deinem Buch liest, Kennzeichne sie mit Klebenotizen.
  3. Niemand möchte dich beim Blättern, beim hektischen scrollen oder suchen erleben.

Hol dir Feedback.

Du wirst dich wundern, denn beim Hörer kommen oft Dinge an, die du so gar nicht sagen wolltest. Das muss nicht schlimm sein. Jeder schaut halt durch seine eigene Brille. Aber du darfst auch mal überlegen, ob du dich klar ausgedrückt hast

Charakterisierung, fiction, Gut und lebendig schreiben, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis

Überarbeiten, so wichtig wie das Schreiben

„Der erste Entwurf ist immer Mist“,  so hat es Ernest Hemingway einmal auf den Punkt gebracht. Der alte Mann und das Meer ist in Version 13 veröffentlicht worden. Und da haben noch qualifizierte Verlagslektoren mitgewirkt.

Überarbeitung

Den Schluss von „In einem anderen Land“, sagt er,  habe er wohl 39 mal umgeschrieben.

Plackerei?  Ja. Aber eben auch: Nobelpreis und Pulitzerpreis!

„An seiner Einstellung zur Revision eines Textes, kann man den echten Schriftsteller vom Möchtegernautor unterscheiden,“  schreibt Sol Stein in „About Writing.“

Es gibt viele verständliche Gründe, warum du dich gegen das Umschreiben wehrst.

Einer davon: Du hast keine Ahnung, wie du das angehen sollst.

Hier sind klare Arbeitsschritte.

Ist dein Protagonist interessant genug?

Charakterisieren Literatur

Sicher hast du  ihn sorgfältig Charakterisiert, sicher hat er gute und schlechte Eigenschaften, sicher hast du herausgearbeitet, was er will und warum er es will. Falls nicht, lies hier:   Wie du faszinierende Charaktere erschaffst

Aber, Hand aufs Herz: Ist dein Protagonist wirklich extrem beeindruckend und unvergesslich oder kannst du ihn noch schärfer zeichnen? So, dass seine Gesellschaft für jeden zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Gib ihm noch eine Portion Exzentrik.

Zeige ihn bei einer Tätigkeit, die diese Exzentrik zum Ausdruck bringt,           denn Langweiler haben deine Leser schon genug in der Nachbarschaft.


Macht dein Protagonist eine persönliche Veränderung durch?


„Wer nicht bereit ist, sein Leben zu ändern,

dem kann nicht geholfen werden.                                                                                                                                                   Aristoteles

Lass seine Veränderungen dramatisch ausfallen!

Dass die meisten Menschen ihr Leben lang dasselbe tun und damit zu den immergleichen, oft frustrierenden Ergebnissen gelangen, ist traurig genug.

Deinem Leser musst du mehr bieten.

Aus dem Feigling wird ein Kriegsheld, der eine ganze Stadt vor dem Untergang rettet. Der verklemmte Moralist erlebt Sinnesrausch und Gefühlstiefe, der Bankhai wird Mönch, der Mönch ein sozial vorbildlicher Unternehmer, die frustrierte Matrone Marathonläuferin.

Egal was passiert, lass das Pendel extrem weit ausschlagen. Du bist hier nicht in den Niederungen des richtigen Lebens.

Ist dein Antagonist wirklich bösartig?

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AutorInnen gehören meist zu den Gebildeten und verkehren mit Menschen ihres Schlages. Man gibt sich kultiviert. Das Böse ist ein abgespaltener Teil, ein blinder Fleck, etwas, das nicht sein darf und schon gar nicht geäußert oder ausgelebt wird. „Elfenbeinturm“ eben.

Es fehlt an „geeigneten Vorbildern“ aus dem eigenen Lebensbereich. Die Antagonisten haben allenfalls schlechte Manieren, sind neurotisch, gierig, selbstsüchtig, unsensibel oder Muttersöhnchen.

Aber das reicht nicht für Gänsehaut, Faszination und Spannung.

Lass deinen Antagonisten Böse, ordinär, gehässig und zutiefst verworfen sein. Seine Freude sei es, anderen zu schaden.

Und das kann er nur effektiv, wenn er gleichzeitig ein paar einnehmende Eigenschaften hat. Sonst fällt niemand auf ihn rein.

Gibt es einen glaubwürdigen Konflikt zwischen Protagonist und Antagonist?

Die Handlung kommt in Gang, weil der Protagonist etwas will, das der Antagonist eben gerade nicht will. Sonst hätten  sie nichts miteinander zu tun.

Beispiel für einen glaubwürdigen Konflikt:

Frodo, der Hobbit erkennt, dass es an ihm ist, den Ring der Macht zu vernichten. Nur so kann er seine Heimat und die Welt vor Sauron schützen. Sauron hingegen benötigt den Ring um die Welt endgültig seiner Macht zu unterwerfen. Da ist kein Kompromiss möglich. Sie sind „aneinandergekettet.“ Man könnte auch sagen „sie braten im gleichen Ofen.“

Beispiel für einen unglaubwürdigen Konflikt:

Im Thriller gibt es oft einen superintelligenten „Bösen“, der die Welt mit seinen Hightech-Waffen vernichten will. Die Frage wo und wovon er danach leben will, steht unbeantwortet im Raum.

Hat deine Geschichte eine klare Prämisse?

Was eine Prämisse ist, habe ich erklärt:

Die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du anfängst zu schreiben.

Hier noch mal in Kürze:

Die Prämisse ist das, was du in deinem Text beweisen willst.

Beispiele:

„Verbrechen lohnt sich“

Wenn dein Protagonist nach seinem Coup glücklich, reich und hochgeachtet in Südamerika lebt, dann ist „Verbrechen lohnt sich“ die Prämisse.

„Verbrechen lohnt sich nicht.“

Das ist die Prämisse aller Krimis. Der Täter wird vom Ermittler überführt und landet im Knast. Dass immer genau dies passiert, gehört zu den Konventionen des Genres und die Leser wollen erstaunlicherweise immer wieder genau das.

Die Prämisse ist keine universelle Wahrheit oder Moral.

Sie beschreibt nur, was in deinem Text passiert.

Auch wenn es weh tut:

Streiche jeden Satz, der die Prämisse nicht unterstützt.

Besser noch: Sei dir deiner Prämisse bewusst, bevor du anfängst zu schreiben.            Oder: Entwickle die Prämisse aus einer Ausgangssituation oder Figur, die du schon hast.  Sonst verfehlst du dein Thema und dafür gab es schon im Deutschunterricht eine Sechs.

Beispiel:

Wenn dein Protagonist sich aus prekären Verhältnissen zur Stellung eines Staatsministers, Unternehmensführers oder erleuchteten Gurus entwickelt, dann lautet deine Prämisse: Wer alles gibt, kann vieles erreichen. Das ist die Prämisse. Dass sein Bruder gleichzeitig das ruhige Leben eines Leuchtturmwärters führt, oder die Schwester ihre dritte Verlobung auflöst, stützt diese Prämisse nicht. So brillant du es auch beschreibst, der Leser wird deinen Text als weitschweifig empfinden.

Ausnahme: Es ist für die Charakterisierung oder die Handlung wirklich relevant.

Es darf nur eine Prämisse geben. 

Literatur Prämisse4

„Der alte Mann und das Meer“ handelt von einem Mann, der alles gibt, um einen Fisch zu fangen.  

Punkt Ende. 

Prämisse: „Ein Mann gibt niemals auf“ (Finde ich übrigens unmenschlich.)

In der Geschichte wird nicht bewiesen, dass dieser Kubanische Fischer ein guter Großvater, ein guter Ehemann oder gut im Pokern ist. Es trüge nichts zur Prämisse bei und würde die Geschichte verwässern.

Gehe deinen Text Szene für Szene durch, schreibe kurze Zusammenfassungen und entscheide, ob jede Szene die Prämisse stützt.

Dialoge

Dialoge sind nicht das, was sich Leute so erzählen. Sie sind ein Konzentrat.

Die wichtigste Regel: Du musst den Konflikt zwischen diesen Menschen zutiefst verstanden haben. Er muss sich unausweichlich aus ihrer Charakterisierung ergeben.

Beispiel 1:

„Ich liebe Dich“

„Ich liebe dich ja auch“

Sollte dir jemals jemand diese Antwort geben, dann wirf mit Vasen nach ihm, kratz ihm die Augen aus oder suche gleich das Weite. Das „Ja“ ist eine Giftspritze. Die korrekte Antwort wäre: „Ich liebe dich auch“, -aber das wäre literarisch langweilig.

Was soll dieses ja? – Es deutet den Konflikt an. Das „aber“ steht schon im Raum.  Beziehung ist in der „Ja aber-Phase“, die Liebe nur noch eine theoretische Option.

Beispiel  2:

„Ich liebe Dich“

„Ich dachte mit dem Thema wären wir durch“

Jetzt hast du eine Rakete am Start.

Ein Dialog wird interessant durch den Konflikt.

Mehr zum Thema: Dialoge auf Speed

Falls Du, liebe Leserin, lieber Leser,  bis hier gekommen bist, freue ich mich über deinen Kommentar. Denn das Thema kann man auch anders betrachten. Ich zumindest war empört, als ich zum ersten Mal all diese Regeln kennen lernte.

 

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Die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du anfängst zu schreiben.

Was ist die Prämisse deines Textes?.

Die Prämisse ist das, was du in deinem Text beweisen willst.

Beispiele:

Verbrechen lohnt sich

Wenn dein Protagonist nach seinem Coup glücklich, reich und hochgeachtet in Südamerika lebt, dann ist „Verbrechen lohnt sich“ die Prämisse.

Die Prämisse ist also keine universelle Wahrheit oder Moral. Sie bezieht sich nur auf das, was in deinem Text passiert.

Verbrechen lohnt sich nicht

Das ist die Prämisse des Krimis, in dem der Täter vom Ermittler überführt wird und im Knast landet. Dass immer genau dies passiert, gehört zu den Konventionen des Genres und die Leser wollen erstaunlicherweise immer wieder genau das.

Rache ist keine Lösung

Das wäre die Prämisse für Hamlet, der den Mord an seinem Vater rächen will und nur noch mehr Blut vergießt.

Die Liebe siegt am Ende doch

Das ist die Prämisse des Adelsromans, in dem die junge, warmherzige Bürgerliche den Grafen abkriegt, obwohl seine Mutter ihm schon eine Frau seines Standes zugedacht hat. Dass auch in diesem Genre immer die gleichen Dinge passieren, scheint niemanden zu stören. Im Gegenteil, es sind die Konventionen des Genres und die Leser wollen genau das lesen. -Immer wieder.

Die Prämisse ist also

der zentrale Gedanke oder das fundamentale Gefühl, der rote Faden, der Kompass, das Konto, auf das jeder deiner Sätze einzahlt, der Kristallisationspunkt und die Leitplanke deines Plots.

Autobiographisches Schreiben

Die Prämisse bietet das, was viele Menschen in ihrem oft so konfusen Leben vermissen:

  • Dass Leid, und Anstrengungen einen Sinn haben.

  • Dass das Leben mehr ist, als eine Reihe von zufälligen und sinnlosen Episoden.

Die Prämisse erleichtert dir das Schreiben

Wen du dir über die Prämisse klar bist, kannst du jeden Gedanken von vornherein daraufhin untersuchen, ob er die Prämisse stützt. Du segelst mit Kompass.  Unnützes wirst du nicht mehr so oft schreiben und, wenn du es geschrieben hast, leichter erkennen.

Die Prämisse muss glaubhaft und für deine Leserschaft akzeptabel sein

Wenn du beweisen willst, dass ein einzelner Mann eine Armee besiegen kann, dann wirst du Mühe haben. Wenn es dir gelingt, kann es großartig sein. Wenn aber deine Leser keine Akzeptanz für  Kriegshelden haben, werden sie an der Geschichte keinen Gefallen finden.

Eine Geschichte darf nur eine Prämisse haben

Denn sonst kippst du Wasser in den Wein.

Wenn du in einer Geschichte beweisen willst, dass Liebe am Ende immer siegt und dass Verbrechen sich nicht lohnt und dass sich Verbrechen manchmal doch lohnt, (was ja  alles stimmt) dann verwirrst du den Leser und verhinderst seine Identifikation.

Alles klar? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

(Schließlich kann man das ja auch ganz anders sehen)

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Dialoge auf Speed

Hier zeige ich dir, wie du aus dem langweiligen Geplauder mit dem Autoren ihre Leser vergraulen einen Stoff destillierst, der süchtig macht -Mega-süchtig sogar.

Und es ist ganz einfach.

Akzeptiere, dass ein Dialog nicht das ist, was sich Leute so erzählen. Ein Dialog ist ein Kunstprodukt. Die drei Wichtigsten Zutaten lauten:

1. Konflikt, 2. Konflikt, 3. Konflikt

Hier ein Beispiel, wie du aus „nettem Geplauder“ einen Stoff mit Suchtpotenzial anmischst:

Das nette Geplauder lautet:

Wie geht es dir? Antwort: Sehr gut.  (Leser schläft schon)

Füge der Antwort zwei kleine Worte hinzu und schon hast du eine Rakete am Start:

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Wenn du in einer Partnerschaft lebst, weißt du:           Bei indirekten oder ausweichenden Antworten ist was im Busch!

Legen wir noch eins drauf:

Dialog schreiben

Hier geht schon die Post ab. Der Leser will jetzt wissen, was los ist. Aber das darfst du ihm noch nicht sagen. Lass die beiden noch ein Weilchen aufeinander eindreschen, lass das Telefon klingeln oder jemanden zu Besuch kommen. Der Leser will wissen worin der Konflikt besteht. Er wir weiter lesen, denn du hast ihn am Haken.

Sehr gut auch: Die Gegenfrage.

Wie geht es dir?

Warum fragst du?

oder

Warum fragst gerade du das? 

 

Und hier eine kleine Übung bei der du hemmungslos gemein sein darfst!

Finde die Niederschmetterndste Antwort auf

„Ich liebe Dich.“

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Die korrekte aber langweilige Antwort wäre:

„Ja, ich liebe Dich auch.“

Mit

„Ich liebe dich ja auch“

hast du schon starken Zweifel gesät. Geben wir noch ein Wort hinzu: „Eigentlich“

Viele Beziehungen befinden sich im „eigentlich“- Stadium. Das Gefühl ist zwar weg aber man nährt die Illusion, das es „eigentlich“ noch da ist oder sein könnte.-Irgendwo jedenfalls. Aber Gefühle, die man nicht fühlt, gibt es eben nicht.

„Eigentlich liebe ich Dich ja auch“

Das ist dann schon niederschmetternd. Auf jemanden, der mich „eigentlich“ liebt, könnte ich jedenfalls gut verzichten.

Aber da geht noch viel mehr. Wie wäre es mit:

„Ich dachte mit dem Thema wären wir durch“

Sicher fallen dir noch ein paar niederschmetternde Antworten ein. Mich würden sie brennend interessieren.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar. Vielleicht mit der allerniederschmetterndsten Antwort.

 

 

 

 

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Deine eigene Autorenstimme finden! — Wortinseln

Früher hatte ich mir nie Gedanken über meine Autorenstimme gemacht. Aber plötzlich war ich mir unsicher, ob ich überhaupt zum Schreiben befähigt war. Wo war diese Autorenstimme zu finden? Wie sollte ich überhaupt danach suchen?

über Deine eigene Autorenstimme finden! — Wortinseln

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Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Um richtig gut zu werden hier die Regeln Eins bis Drei. Sie lauten:

  Du musst sehr viel schreiben!

Hier findest Du gute und  erprobte Schreibübungen. Sie haben aber alle einen Nachteil: Du musst sie machen. -Nur lesen reicht nicht.

Die einfachste Methode um anzufangen ist ein Cluster. Hier siehst Du, wie man Clustert und warum es so hilfreich ist:        Angst vorm leeren Blatt?

Eine Vorschau deiner Schreibaufgaben.

Fange immer mit einem Cluster an und entwickle daraus einen Text. Und wenn du dabei den Eindruck gewinnst, dass deine Gedanken völlig banal und zum Gähnen langweilig sind, lass dir sagen: Das passiert jedem. -Nur weiterschreiben hilft.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein Menschenauflauf vor der Flüchtlingsunterkunft kann viele Gründe haben. Beim Clustern werden dir welche einfallen. Formuliere sie und vielleicht wird eine kleine Geschichte daraus.

Schreibe sie aus mehreren Erzählperspektiven: Ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster der Unterkunft schaut, ein Polizist, Pizzabäcker von gegenüber, Obdachloser, Millionär, Macciavellist, oder die Bundeskanzlerin…

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Vom ewigen Licht bis zur Glühlampe. was sind Deine Ideen?

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Hier zwei Begriffe, die nah beieinander liegen. Sie bringen Spannung.

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Eine Übung in „Perspektive“

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Clustere und schreibe aus Sicht des Steins

 

Beschreibe zuerst ganz genau was du siehst, hörst, riechst sowie deine Körperempfindungen und Gefühle. Wenn du dann noch Metaphern findest, bist du gut unterwegs.

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Beim Schreiben musst du dich immer für eine Perspektive entscheiden. Hier für die des Schiffswracks.

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Clustere und schreibe aus Sicht des Wracks

 

 

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Du darfst auch über Dich schreiben.

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Ein Gegensatzpaar erzeugt Spannung.

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Was fällt dir zu den beiden Süßen ein?-Das Bild ist ziemlich berühmt.

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Und da fällt mir noch ein schön-rätselhaftes Zen-Gedicht ein. Es hat nur zwei Zeilen und reimen tut sich nichts. Aber mir ging es wochenlang nicht aus dem Kopf. Es war mein Koan. Wann kommt deine Erleuchtung?

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser,

doch sie vergessen niemals ihren Weg.

 

 

Über Eure Beiträge als Kommentar freue ich mich und auch über ein „Gefällt mir“.

 

 

 

 

 

 

 

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Einfache Schritte zum Entwurf

Dieser Artikel handelt vom „Plotten“, also der planmäßigen Strukturierung des Textes vor dem Schreiben.

Die meisten Profis machen das.

Hier am Beispiel eines Buches, dass du vielleicht kennst:

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1. Beim Plotten beginnst du mit der Ein-Satz-Zusammenfassung.

„Nach dem Tod ihres Ehemannes heiratet Fermina ihren platonischen Jugendfreund Ariza, der ein Leben lang um ihre Liebe gekämpft hat.“

Der Vorteil: wenn du deinen Text jetzt schreibst, hast du immer einen roten Faden, vermeidest Irrwege und Umwege.

2. Erweitere deinen Satz zu einem vollständigen Absatz.

Dieser Absatz beschreibt den Aufbau, die Hauptcharaktere  und das Ende.

„Fermina Daza und Florentino Ariza lernen sich im ausgehenden 19. Jahrhundert als Jugendliche in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena  kennen. Nach dem von Ferminas Vater erzwungenen Ende ihrer platonischen Beziehung heiratet Fermina den Arzt Dr. Juvenal Urbino und bekommt mit ihm einen Sohn und eine Tochter. Ariza hatte ihr ewige Liebe geschworen und pflegt außer zahlreichen sexuellen Abenteuern keine Liebesbeziehung. Als Urbino stirbt, macht Ariza der Witwe erneut einen Antrag und gewinnt sie letztlich für sich.“

Das könnte dann auch schon der Klappentext sein.

3. Entwickle deine Charaktere

Das ist ein „weites Feld“ und deine wichtigste Aufgabe. Es gibt ein Buch mit dem Titel „Charakters make the Story.“  Du musst es nicht lesen, denn das Wichtigste steht schon im Titel.

Hier zwei Artikel aus diesem Blog, die dir beim Charakterisieren helfen.

Besser als Gott

Wie du faszinierende Charaktere erschaffst

Das Wichtigste beim Charakterisieren:

Du musst deutlich machen, was dein Protagonist will, warum er es will und wie er sich im laufe der Handlung entwickelt.

„Der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor“

 

4. Erweitere jeden Satz deiner Ein-Absatz-Version zu einem vollständigen Absatz.

Jetzt, nachdem du deine Protagonisten entwickelt hast und weißt, wie sie „ticken“ , was sie wollen und wie sie es entsprechend ihres Charakters zu erreichen suchen, wird es leichter sein.

Du hast deine Geschichte schon gut entwickelt. Lass deiner Phantasie nun freien Lauf aber bleibe bei dieser Geschichte und allem was ihr dient.

Wenn du mehr zum Thema nachlesen möchtest empfehle ich

How to Write a Novel Using the Snowflake Method (Advanced Fiction Writing) (Englisch) Taschenbuch – 18. Juli 2014
von Randy Ingermanson (Autor)

Ich werde diesen Artikel  demnächst noch fortsetzen.

Clustering, fiction, Kreatives Schreiben, Motivation, Professionell schreiben, Selbsterkenntnis

Angst vorm leeren Blatt?

Clustern hilft!

Kreatives Schreiben Clustering

Warum Clustern?

Kreativität bedingt eine gute Zusammenarbeit deiner Gehirnhälften. Es ist ein Unterschied, ob du deine Stichworte hintereinander schreibst oder in einem Cluster anordnest. Das hat Gabriele L. Rico rausgefunden. „Kreative Impulse entstehen durch das Zusammenwirken von bildlichem und begrifflichem Denken.“ Und die sind in unterschiedlichen Gehirnhälften verankert.

Kreatives Schreiben Clustering Gehirnhälftenmodell

Die Erfahrung in meinen Kursen zeigt, dass jeder, wirklich jeder davon profitiert.

Wie geht das?

Suche dir ein Wort oder einen kurzen Satz als Clusterkern also als Thema aus und schreibe es in die Mitte eines Blattes.

Nimm etwas, das dir am Herzen liegt, wofür du brennst, was dich umtreibt.

Notiere vom Kern aus alles, was dir dazu einfällt.

Und zwar wirklich alles! Vor Allem auch alles, was dir unsinnig erscheint. G.L. Rico beruft sich auf die Methode der freien Assoziation, mit der S. Freud seinen Patientinnen die Geheimnisse des Unbewussten entlockte.

Umkreise, verbinde mit Strichen, male drin rum und vermeide jede allzu intellektuelle Beschäftigung.

Beim Clustern schaust du eher deinem Geist bei der Arbeit zu. Und der produziert ja permanent Gedanken. – Oder hattest Du schon mal keinen Gedanken? Es geht genau um die Gedanken, die zum Thema des Clusters auftauchen und nicht um „richtig“ oder „falsch.“

Deine ganz eigenen Gedanken zum gewählten Thema werden sich bald herauskristallisieren. Schreibe sie in ein paar Sätzen nieder.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast einen Anfang gemacht und das ist der wichtigste Teil des Weges.

Und hier kannst Du es testen.

Kreatives Schreiben Clustering Gehirnhälftenmodell Glück

Im Seminar ist es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind.

Möchtest du es weiter versuchen? Hier ist dein Startsatz.

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Mehr Übungen findest Du hier:

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Viel Freude, so long for now.
Schreibt wild, schreibt gefährlich!

 

Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Der richtige Ausdruck?

Den richtigen Ausdruck gibt es nicht!

Aber es gibt ein paar Dinge, über die du dir Gedanken machen kannst um rauszufinden was dir gefällt, was für Dich der richtige Ausdruck ist.

 

Kreatives Schreiben Ausdruck

Wenn du über Dinge schreibst, von denen du keine Ahnung hast, dann geht das schnell schief.

Ein Beispiel: Dein Protagonist sattelt in einer Sturmnacht sein Pferd und reitet hinaus.

Weißt du überhaupt, wie man ein Pferd sattelt? – Wie ein Pferd sich in dieser besonderen Situation verhält und was der Reiter tut um das Pferd ruhig zu halten?

Finde es heraus. Schriftsteller nennen das „Recherche.“ Beschreibe es detailliert. Dann wirst du die Illusion erzeugen, die deinen Leser fesselt.

 

Was willst du eigentlich sagen?

 

Der richtige Ausdruck Kreatives Schreiben Was soll der Leser verstanden haben, wenn er deinen Absatz liest?  Lies ihn dir immer wieder laut vor und stelle dir die Frage: Ist es das, was ich sagen wollte?

Was ist die Aussage Deiner Geschichte? Lässt sie sich in einem Satz zusammenfassen? Wenn das nicht möglich ist handelt sie vielleicht von Allem und Nichts.

Vermeide unnütze Worte.

 

Füllwörter kritisch prüfen

Aber auch hier gilt: Augenmaß. Nicht jedes Füllwort ist unnütz. Es kommt auf den Zusammenhang im Text an. Schau dir die Beispiele an und entscheide:

 

Übung Füllwörter

Bei „Dein Leser will nämlich unterhalten werden“ denk über das „nämlich“ nach.  Redet da jemand ironisch?  -Dann könnte es passen.

„Ich nahm also an der Feier Teil“  kann passen, wenn der Protagonist vorher deshalb lange mit sich gerungen hat.

Es kommt immer darauf an, ob die von dir intendierte Aussage gestützt wird.

 

Stilschicht?

Darüber werden Doktorarbeiten geschrieben aber hier siehst du an einfachen Beispielen, was gemeint ist.

Stilschicht Creative writing Kreatives Schreiben

Bei Beerdigungen werden keine „hübschen Ansprachen“ gehalten und die „Echtheit der emotionalen Ausbrüche“ lässt den Leser nicht an Liebe denken. Und wohin hätte der Papst die Krone denn setzen sollen, wenn nicht auf den Kopf? Das ist unfreiwillige Komik.

Aber vielleicht schreibst du ja eine lustige Geschichte, die ihren Reiz durch solche Brüche gewinnt?

Und hier noch mal die Zusammenfassung

Der richtige Ausdruck Stil

Das alles soll nur deinen Blick schärfen, damit du entscheiden kannst, wie es Dir gefällt. Und versuche jetzt nicht beim Schreiben alle diese Regeln im Kopf zu halten. Dann wirst du schnell eine Blockade erleben. Du kannst aber deine Texte damit überarbeiten.

Und jetzt viel Spaß beim Schreiben.

Schreibe wild und gefährlich,- davon wird einer der nächsten Beiträge handeln.

So long

Dirk