Buch schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Spannung, Lifeatmosphäre und Austausch mit Gleichgesinnten

…das bieten meine Lesungen. https://schreibrausch.com/2019/02/21/lesungen-in-koln-und-huckeswagen/ (öffnet in neuem Tab)

Für SchriftstellerInnen, die ja bekanntlich im Elfenbeinturm leben und LeserInnen sind sie wertvolle Gelegenheiten, sich persönlich zu begegnen.

Teste deine Lesezeit

Für eine Normseite mit 1,5-fachem Zeilenabstand benötige ich zum Beispiel etwa 2,5 Minuten. Besonders wenn du aufgeregt bist wirst du zu schnell lesen. wenn du hektisch wirst, hast du verloren. -Halte dich im Zaum.

Lerne den Umgang mit Mikrophonen und Stativen.

  • Mach dich mit den Verstellmöglichkeiten des Mikrofonstativs vertraut. Richte das Mikrophon so aus, dass du in normaler, aufrechter Sitzhaltung etwa 8 cm Abstand hast. Sprich von vorne in das Mikrophon.
  • Frage deine Zuhörer, ob du gut zu verstehen bist. Bitte jemanden, die Lautstärke so zu regulieren, dass du ohne Anstrengung sprichst.

Beachte die Aufmerksamkeitsspanne.

Lies nicht mehr als 4 Seiten je Block. Die meisten Menschen sind schon mit zwei überfordert. Plane Pausen ein und kündige sie an. Bist du in einem Lokal, kann der Kellner in Aktion treten.

Bring was mit!

Wenn deine Lesung von einer Reise handelt, dann zeige Souvenirs vor, für Krimis eine schöne Mordwaffe, für die Familiensage die Mappe deines Urgroßvaters.

Finde die richtige Position des Manuskripts.

  1. Halte keine riesigen Ordner oder Notebooks zwischen dich und dein Publikum. Hefte den Text lieber aus und nimm ihn in die Hand oder benutze handliche E-Reader.
  2. Falls du Teile aus deinem Buch liest, Kennzeichne sie mit Klebenotizen.
  3. Niemand möchte dich beim Blättern, beim hektischen scrollen oder suchen erleben.

Hol dir Feedback.

Du wirst dich wundern, denn beim Hörer kommen oft Dinge an, die du so gar nicht sagen wolltest. Das muss nicht schlimm sein. Jeder schaut halt durch seine eigene Brille. Aber du darfst auch mal überlegen, ob du dich klar ausgedrückt hast

Buch schreiben, fiction, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt

Füllwörter: Eigentlich einfach nur unnötig? — Writing Chills

Hallo, Schreiberlinge! Ihr habt sicherlich schon mal von „Füllwörtern“ gehört, oder? Sie tummeln sich in unseren Texten und Geschichten, teilweise, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Auch ich benutze gerne Füllwörter, ich denke sogar, ziemlich viele. Aber stimmt es wirklich, dass Füllwörter überflüssig sind, unsere Texte sogar verschlechtern? Um eins vorwegzunehmen: die finale […]

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Groß oder klein? Anredepronomen richtig schreiben — Romane und Geschichten schreiben

Ein sehr nützlicher Artikel der Autorin und Lektorin Isa Schikorski, den ich, mangels eigener Germanistischer Qualifikationen, hier mal einfach weitergebe.

»Bitte reichen Sie (oder sie?) mir das Brot«, sagte der Baron zu seiner Tischdame. »Kannst du (oder Du?) mir mal die Butter geben?«, sagte Karl zu Eva. – Dass die Orthografie ein weites und schwieriges Feld ist, wissen Sie aus eigener Erfahrung. Zusätzlich erschwert wird das Bemühen um korrekte Schreibweisen durch die verschiedenen Reformen der […]

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Buch schreiben, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt

Was man von diesen 3 Autoren lernen kann — Caro Stein

Ein großartiger Artikel den ich hier einfach mal weiter gebe.

Es schadet nie, wenn man mal einen Blick auf bereits erfolgreiche AutorInnen wirft und sich ansieht, warum sie überhaupt erfolgreich sind. Was machen sie anders oder besser als andere? Natürlich spielt Glück eine ganz große Rolle. Schließlich kann man kaum beeinflussen, bei welchem Lektor das Manuskript landet. Vielleicht findet Lektor A das Manuskript nicht gut, […]

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fiction, Gut und lebendig schreiben, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du anfängst zu schreiben.

Was ist die Prämisse deines Textes?.

Die Prämisse ist das, was du in deinem Text beweisen willst.

Beispiele:

Verbrechen lohnt sich

Wenn dein Protagonist nach seinem Coup glücklich, reich und hochgeachtet in Südamerika lebt, dann ist „Verbrechen lohnt sich“ die Prämisse.

Die Prämisse ist also keine universelle Wahrheit oder Moral. Sie bezieht sich nur auf das, was in deinem Text passiert.

Verbrechen lohnt sich nicht

Das ist die Prämisse des Krimis, in dem der Täter vom Ermittler überführt wird und im Knast landet. Dass immer genau dies passiert, gehört zu den Konventionen des Genres und die Leser wollen erstaunlicherweise immer wieder genau das.

Rache ist keine Lösung

Das wäre die Prämisse für Hamlet, der den Mord an seinem Vater rächen will und nur noch mehr Blut vergießt.

Die Liebe siegt am Ende doch

Das ist die Prämisse des Adelsromans, in dem die junge, warmherzige Bürgerliche den Grafen abkriegt, obwohl seine Mutter ihm schon eine Frau seines Standes zugedacht hat. Dass auch in diesem Genre immer die gleichen Dinge passieren, scheint niemanden zu stören. Im Gegenteil, es sind die Konventionen des Genres und die Leser wollen genau das lesen. -Immer wieder.

Die Prämisse ist also

der zentrale Gedanke oder das fundamentale Gefühl, der rote Faden, der Kompass, das Konto, auf das jeder deiner Sätze einzahlt, der Kristallisationspunkt und die Leitplanke deines Plots.

Autobiographisches Schreiben

Die Prämisse bietet das, was viele Menschen in ihrem oft so konfusen Leben vermissen:

  • Dass Leid, und Anstrengungen einen Sinn haben.

  • Dass das Leben mehr ist, als eine Reihe von zufälligen und sinnlosen Episoden.

Die Prämisse erleichtert dir das Schreiben

Wen du dir über die Prämisse klar bist, kannst du jeden Gedanken von vornherein daraufhin untersuchen, ob er die Prämisse stützt. Du segelst mit Kompass.  Unnützes wirst du nicht mehr so oft schreiben und, wenn du es geschrieben hast, leichter erkennen.

Die Prämisse muss glaubhaft und für deine Leserschaft akzeptabel sein

Wenn du beweisen willst, dass ein einzelner Mann eine Armee besiegen kann, dann wirst du Mühe haben. Wenn es dir gelingt, kann es großartig sein. Wenn aber deine Leser keine Akzeptanz für  Kriegshelden haben, werden sie an der Geschichte keinen Gefallen finden.

Eine Geschichte darf nur eine Prämisse haben

Denn sonst kippst du Wasser in den Wein.

Wenn du in einer Geschichte beweisen willst, dass Liebe am Ende immer siegt und dass Verbrechen sich nicht lohnt und dass sich Verbrechen manchmal doch lohnt, (was ja  alles stimmt) dann verwirrst du den Leser und verhinderst seine Identifikation.

Alles klar? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

(Schließlich kann man das ja auch ganz anders sehen)

Dialog, Gut und lebendig schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Dialoge auf Speed

Hier zeige ich dir, wie du aus dem langweiligen Geplauder mit dem Autoren ihre Leser vergraulen einen Stoff destillierst, der süchtig macht -Mega-süchtig sogar.

Und es ist ganz einfach.

Akzeptiere, dass ein Dialog nicht das ist, was sich Leute so erzählen. Ein Dialog ist ein Kunstprodukt. Die drei Wichtigsten Zutaten lauten:

1. Konflikt, 2. Konflikt, 3. Konflikt

Hier ein Beispiel, wie du aus „nettem Geplauder“ einen Stoff mit Suchtpotenzial anmischst:

Das nette Geplauder lautet:

Wie geht es dir? Antwort: Sehr gut.  (Leser schläft schon)

Füge der Antwort zwei kleine Worte hinzu und schon hast du eine Rakete am Start:

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Wenn du in einer Partnerschaft lebst, weißt du:           Bei indirekten oder ausweichenden Antworten ist was im Busch!

Legen wir noch eins drauf:

Dialog schreiben

Hier geht schon die Post ab. Der Leser will jetzt wissen, was los ist. Aber das darfst du ihm noch nicht sagen. Lass die beiden noch ein Weilchen aufeinander eindreschen, lass das Telefon klingeln oder jemanden zu Besuch kommen. Der Leser will wissen worin der Konflikt besteht. Er wir weiter lesen, denn du hast ihn am Haken.

Sehr gut auch: Die Gegenfrage.

Wie geht es dir?

Warum fragst du?

oder

Warum fragst gerade du das? 

 

Und hier eine kleine Übung bei der du hemmungslos gemein sein darfst!

Finde die Niederschmetterndste Antwort auf

„Ich liebe Dich.“

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Die korrekte aber langweilige Antwort wäre:

„Ja, ich liebe Dich auch.“

Mit

„Ich liebe dich ja auch“

hast du schon starken Zweifel gesät. Geben wir noch ein Wort hinzu: „Eigentlich“

Viele Beziehungen befinden sich im „eigentlich“- Stadium. Das Gefühl ist zwar weg aber man nährt die Illusion, das es „eigentlich“ noch da ist oder sein könnte.-Irgendwo jedenfalls. Aber Gefühle, die man nicht fühlt, gibt es eben nicht.

„Eigentlich liebe ich Dich ja auch“

Das ist dann schon niederschmetternd. Auf jemanden, der mich „eigentlich“ liebt, könnte ich jedenfalls gut verzichten.

Aber da geht noch viel mehr. Wie wäre es mit:

„Ich dachte mit dem Thema wären wir durch“

Sicher fallen dir noch ein paar niederschmetternde Antworten ein. Mich würden sie brennend interessieren.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar. Vielleicht mit der allerniederschmetterndsten Antwort.

 

 

 

 

Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis, Schreibwerkstatt

Deine eigene Autorenstimme finden! — Wortinseln

Früher hatte ich mir nie Gedanken über meine Autorenstimme gemacht. Aber plötzlich war ich mir unsicher, ob ich überhaupt zum Schreiben befähigt war. Wo war diese Autorenstimme zu finden? Wie sollte ich überhaupt danach suchen?

über Deine eigene Autorenstimme finden! — Wortinseln

Charakterisierung, Dialog, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis, Schreibwerkstatt

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Um richtig gut zu werden hier die Regeln Eins bis Drei. Sie lauten:

  Du musst sehr viel schreiben!

Hier findest Du gute und  erprobte Schreibübungen. Sie haben aber alle einen Nachteil: Du musst sie machen. -Nur lesen reicht nicht.

Die einfachste Methode um anzufangen ist ein Cluster. Hier siehst Du, wie man Clustert und warum es so hilfreich ist:        Angst vorm leeren Blatt?

Eine Vorschau deiner Schreibaufgaben.

Fange immer mit einem Cluster an und entwickle daraus einen Text. Und wenn du dabei den Eindruck gewinnst, dass deine Gedanken völlig banal und zum Gähnen langweilig sind, lass dir sagen: Das passiert jedem. -Nur weiterschreiben hilft.

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Ein Menschenauflauf vor der Flüchtlingsunterkunft kann viele Gründe haben. Beim Clustern werden dir welche einfallen. Formuliere sie und vielleicht wird eine kleine Geschichte daraus.

Schreibe sie aus mehreren Erzählperspektiven: Ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster der Unterkunft schaut, ein Polizist, Pizzabäcker von gegenüber, Obdachloser, Millionär, Macciavellist, oder die Bundeskanzlerin…

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Vom ewigen Licht bis zur Glühlampe. was sind Deine Ideen?

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Hier zwei Begriffe, die nah beieinander liegen. Sie bringen Spannung.

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Eine Übung in „Perspektive“

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Clustere und schreibe aus Sicht des Steins

 

Beschreibe zuerst ganz genau was du siehst, hörst, riechst sowie deine Körperempfindungen und Gefühle. Wenn du dann noch Metaphern findest, bist du gut unterwegs.

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Beim Schreiben musst du dich immer für eine Perspektive entscheiden. Hier für die des Schiffswracks.

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Clustere und schreibe aus Sicht des Wracks

 

 

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Du darfst auch über Dich schreiben.

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Ein Gegensatzpaar erzeugt Spannung.

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Was fällt dir zu den beiden Süßen ein?-Das Bild ist ziemlich berühmt.

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Und da fällt mir noch ein schön-rätselhaftes Zen-Gedicht ein. Es hat nur zwei Zeilen und reimen tut sich nichts. Aber mir ging es wochenlang nicht aus dem Kopf. Es war mein Koan. Wann kommt deine Erleuchtung?

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser,

doch sie vergessen niemals ihren Weg.

 

 

Über Eure Beiträge als Kommentar freue ich mich und auch über ein „Gefällt mir“.

 

 

 

 

 

 

 

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Einfache Schritte zum Entwurf

Dieser Artikel handelt vom „Plotten“, also der planmäßigen Strukturierung des Textes vor dem Schreiben.

Die meisten Profis machen das.

Hier am Beispiel eines Buches, dass du vielleicht kennst:

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1. Beim Plotten beginnst du mit der Ein-Satz-Zusammenfassung.

„Nach dem Tod ihres Ehemannes heiratet Fermina ihren platonischen Jugendfreund Ariza, der ein Leben lang um ihre Liebe gekämpft hat.“

Der Vorteil: wenn du deinen Text jetzt schreibst, hast du immer einen roten Faden, vermeidest Irrwege und Umwege.

2. Erweitere deinen Satz zu einem vollständigen Absatz.

Dieser Absatz beschreibt den Aufbau, die Hauptcharaktere  und das Ende.

„Fermina Daza und Florentino Ariza lernen sich im ausgehenden 19. Jahrhundert als Jugendliche in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena  kennen. Nach dem von Ferminas Vater erzwungenen Ende ihrer platonischen Beziehung heiratet Fermina den Arzt Dr. Juvenal Urbino und bekommt mit ihm einen Sohn und eine Tochter. Ariza hatte ihr ewige Liebe geschworen und pflegt außer zahlreichen sexuellen Abenteuern keine Liebesbeziehung. Als Urbino stirbt, macht Ariza der Witwe erneut einen Antrag und gewinnt sie letztlich für sich.“

Das könnte dann auch schon der Klappentext sein.

3. Entwickle deine Charaktere

Das ist ein „weites Feld“ und deine wichtigste Aufgabe. Es gibt ein Buch mit dem Titel „Charakters make the Story.“  Du musst es nicht lesen, denn das Wichtigste steht schon im Titel.

Hier zwei Artikel aus diesem Blog, die dir beim Charakterisieren helfen.

Besser als Gott

Wie du faszinierende Charaktere erschaffst

Das Wichtigste beim Charakterisieren:

Du musst deutlich machen, was dein Protagonist will, warum er es will und wie er sich im laufe der Handlung entwickelt.

„Der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor“

 

4. Erweitere jeden Satz deiner Ein-Absatz-Version zu einem vollständigen Absatz.

Jetzt, nachdem du deine Protagonisten entwickelt hast und weißt, wie sie „ticken“ , was sie wollen und wie sie es entsprechend ihres Charakters zu erreichen suchen, wird es leichter sein.

Du hast deine Geschichte schon gut entwickelt. Lass deiner Phantasie nun freien Lauf aber bleibe bei dieser Geschichte und allem was ihr dient.

Wenn du mehr zum Thema nachlesen möchtest empfehle ich

How to Write a Novel Using the Snowflake Method (Advanced Fiction Writing) (Englisch) Taschenbuch – 18. Juli 2014
von Randy Ingermanson (Autor)

Ich werde diesen Artikel  demnächst noch fortsetzen.

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Biographisches Schreiben

Nehmen wir mal Bettina. Sie war PR-Fachfrau bei einem Reifenhersteller und nein -sie hat nie bei einem Begleitservice gearbeitet. Dann war sie drei Jahre mit Christian verheiratet und verließ ihn, als sein Stern als Spitzenpolitiker sank. In ihrer Biographie erfahren wir etwas über Tatoos, Esstörungen und die Schattenseiten des berühmt seins. Das Buch wird zum Bestseller. Aber muss man es gelesen haben?

Solltest du vor haben, deine Lebensgeschichte in die Welt zu bringen, dann halte bitte ein.

Stelle dir ein paar Fragen und beantworte sie ehrlich.

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Bei einer Biografie geht es um dich als Person.

Wenn du, sagen wir mal, ein begnadeter Entwicklungshelfer, Bienenzüchter, Politiker oder was auch immer warst, kannst du ja auch über Entwicklungshilfe, Bienenzucht etc. schreiben. Es sei denn du bist der Meinung, dass du, unabhängig von deinen Kenntnissen als Person interessant genug bist.

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„Die Fähigkeit, sein eigenes Leben objektiv zu betrachten und darzustellen, besitzt der Mensch nicht“

Von wem das Zitat stammt, weiß ich nicht mehr. Aber stell dir vor, Stalin würde seine Autobiografie schreiben. Würde er sich nicht als Held des Fortschritts sehen?

Und wir Normalos? Haben wir nicht auch unsere Lebenslügen, unsere blinden Flecke. All die Eltern, die ihre Kinder durch „Fürsorge“ ersticken oder nach ihrem Bild formen wollen.- Würden sie sich nicht als die großen Liebenden beschreiben?

„Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?“                                       (Matthaeus 7 aus der Lutherbibel )

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Wenn ich jetzt mit meiner dreihundertseitigen Biographie ankäme weiß ich nicht, ob sie jemand lesen wollte. Meine Kinder? Das bezweifle ich. Berühmt bin ich auch nicht, kann mir also die Mühe sparen. Es sei denn ich schreibe zur Selbstvergewisserung.

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Muss jemand wissen, dass ich meiner ersten Liebe auf einer Geburtstagsparty begegnet bin oder in der ersten Klasse nur eine Drei im Rechnen hatte? Ist an meinem Leben irgend etwas außergewöhnliches, dass andere faszinieren, inspirieren, das sie mit Gewinn lesen könnten?

Hüte dich vor Lug und trug.

Jean- Jaques Rousseau behauptete in seiner Biographie, er habe  fünf Kinder ins Waisenhaus gebracht. Heute nimmt man an, dass er damit über seine Zeugungsunfähigkeit hinwegtäuschen wollte.

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Bei Politikern geht es oft um Rechtfertigungen und ihre Rolle in Skandalen.

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Du siehst, es gibt viele Biografien, die niemand braucht.

Hier noch mal deine Schlüsselfragen:

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Willst du noch immer deine Biografie schreiben? – Dann fange erst mal an welche zu lesen. -Es gibt nämlich sehr lesenswerte.

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So long for now

Viel Spaß beim Schreiben Ich freue mich über dein Feedback oder Like.