Charakterisierung, Dialog, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis, Schreibwerkstatt

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Um richtig gut zu werden hier die Regeln Eins bis Drei. Sie lauten:

  Du musst sehr viel schreiben!

Hier findest Du gute und  erprobte Schreibübungen. Sie haben aber alle einen Nachteil: Du musst sie machen. -Nur lesen reicht nicht.

Die einfachste Methode um anzufangen ist ein Cluster. Hier siehst Du, wie man Clustert und warum es so hilfreich ist:        Angst vorm leeren Blatt?

Eine Vorschau deiner Schreibaufgaben.

Fange immer mit einem Cluster an und entwickle daraus einen Text. Und wenn du dabei den Eindruck gewinnst, dass deine Gedanken völlig banal und zum Gähnen langweilig sind, lass dir sagen: Das passiert jedem. -Nur weiterschreiben hilft.

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Ein Menschenauflauf vor der Flüchtlingsunterkunft kann viele Gründe haben. Beim Clustern werden dir welche einfallen. Formuliere sie und vielleicht wird eine kleine Geschichte daraus.

Schreibe sie aus mehreren Erzählperspektiven: Ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster der Unterkunft schaut, ein Polizist, Pizzabäcker von gegenüber, Obdachloser, Millionär, Macciavellist, oder die Bundeskanzlerin…

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Vom ewigen Licht bis zur Glühlampe. was sind Deine Ideen?

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Hier zwei Begriffe, die nah beieinander liegen. Sie bringen Spannung.

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Eine Übung in „Perspektive“

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Clustere und schreibe aus Sicht des Steins

 

Beschreibe zuerst ganz genau was du siehst, hörst, riechst sowie deine Körperempfindungen und Gefühle. Wenn du dann noch Metaphern findest, bist du gut unterwegs.

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Beim Schreiben musst du dich immer für eine Perspektive entscheiden. Hier für die des Schiffswracks.

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Clustere und schreibe aus Sicht des Wracks

 

 

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Du darfst auch über Dich schreiben.

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Ein Gegensatzpaar erzeugt Spannung.

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Was fällt dir zu den beiden Süßen ein?-Das Bild ist ziemlich berühmt.

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Und da fällt mir noch ein schön-rätselhaftes Zen-Gedicht ein. Es hat nur zwei Zeilen und reimen tut sich nichts. Aber mir ging es wochenlang nicht aus dem Kopf. Es war mein Koan. Wann kommt deine Erleuchtung?

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser,

doch sie vergessen niemals ihren Weg.

 

 

Über Eure Beiträge als Kommentar freue ich mich und auch über ein „Gefällt mir“.

 

 

 

 

 

 

 

Charakterisierung, Motivation, Schreibwerkstatt

Wie du faszinierende Charaktere erschaffst

Kennst du den Menschen, über den du schreibst? Kennst du ihn bis in die letzten Winkel seiner Seele? Weißt du was er will, wovon er träumt, wovor er Angst hat?  Kannst du ihn in jede beliebige Situation bringen und weißt genau wie er reagieren wird, was er auf eine Frage antwortet und was er verschweigt?

Um dahin zu kommen hilft es, ihn in allen unten genannten Aspekten zu beschreiben, um dich letztlich in ihn einzufühlen.

 

Alles, was man über einen Menschen wissen kann.

Der Name ist wichtig!

Gehe in ein Namensregister. Dort stehen die häufigsten Namen nach Geburtsjahrgängen und für Deutschland sogar unterteilt nach Süd, Nord und West. Falls du den Protagonisten beim Vornamen nennst, halte ihn kurz. Du musst ihn schließlich oft schreiben und der Leser muss ihn oft lesen. Beim Nachnamen darf es dann etwas mehr sein. Und das Geburtsjahr ist wichtig. Spielt im Text beispielsweise der Fall der Mauer eine Rolle? – Dann solltest du überlegen, in welchem Alter dein Protagonist damals war.

Namen zaubern auch eine Atmosphäre.

„Guido Ucks“ käme nicht so gut.

Wie wäre es mit

Dr. Gabriela de Lourdes Contreras Cortez.

Ich habe den Namen aus einem mittelamerikanischen Telefonbuch. Da schwingen Assoziationen, da startet die Phantasie durch und der Anfang einer aufregenden Geschichte liegt  in der Luft…

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Was macht diese faszinierende Frau den Rest der Woche? Bei Gabriela möchtest du gerne mehr erfahren,  was dir bei Udo Ucks vielleicht schwerer gefallen wäre.

Oder wie wäre es mit

Julio Cesar Rivera de la Martinez.

Charakterisierung

Julios Name bringt die Phantasie auf Touren: Julius Cäsar, Diego Rivera (oder Maradona), etwas Adelsflair und einfach der Klang, alles schwingt zusammen, beflügelt Leser und Autor. Da fließen die ersten Zeilen für den Handlungshintergrund nur so dahin.

Beide Charaktere schenke ich Dir. Möchtest Du deren Geschichte weiter schreiben?

Ich werde sie lesen, dir ein Feedback schicken und, wenn du möchtest, auf Schreibrausch veröffentlichen.

Du hast zwei Möglichkeiten: Einfach drauflos schreiben oder zunächst nach den oben gezeigten Kriterien charakterisieren. Vielleicht nimmst du Gabriele und Julio beide in Deine Geschichte. Sollen sie sich am Ende kriegen? Dann überlege dir gewichtige Gründe, die dagegen sprechen. Du kannst als Einstieg auch mit einem Cluster arbeiten.

In meinem Beitrag „Angst vorm leeren Blatt?“ siehst du, wie du mit Hilfe eines Clusters deine Gedanken sammelst und einen Anfang findest: https://wordpress.com/post/schreibrausch.wordpress.com/710

Taufnamen nach Jahreszahl und Region gibt es im Netz

https://www.beliebte-vornamen.de/

 

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Die Kleidung und alle äußeren Merkmale

sind deine Chance zur Charakterisierung. Das Motto: Details, Details, Details.

Es sollte in deinen Geschichten keine „Männer“, keine „Frauen“, keine „Autos“, keine „Jacken“ geben. Stattdessen zum Beispiel:

  • Einen schlanken Mittvierziger, glattrasiert und mit Ferrari-Emblem auf dem schwarzen Leder-Blouson.
  • Eine Achtzehnjährige, die rauchend ihren Kinderwagen schiebt und dabei unablässig auf ihr Handy starrt.
  • Ein VW-Käfer mit Pril-Blümchen und Dachgepäckträger.
  • Ein Sakko aus dickem Harris-Tweed mit Lederknöpfen.

Einfach statt des allgemeinen Ausdrucks den besonderen wählen. Mehr dazu in meinem Beitrag: Der richtige Ausdruck: https://wordpress.com/post/schreibrausch.wordpress.com/684

 

Sprache und Sprechweise

„Winnetou grüßt seinen Bruder Old Shatterhand.“

„Winnetou hört die Stille“

Das sind beeindruckende Beispiele für die Charakterisierung durch Sprache. Winnetou spricht in der dritten Person von sich und dass er „die Stille hört“ wird heute Esoteriker und Anhänger vom Mythos des „Edlen Wilden“ begeistern. Dieser Mythos geht übrigens auf Rousseau zurück und ist von der Ethnologie längst widerlegt. Er ist von Karl May benutzt worden und hat dazu beigetragen, dass viele sich an Winnetou erinnern.

Der Beruf

mich regt es kolossal auf, wenn ich nicht erfahre, wovon der Protagonist seinen Lebensunterhalt bestreitet und das geht wohl den Meisten so, die nicht reich geboren wurden, die den Großteil ihrer Kraft aufwenden müssen, um ihre materielle Existenz zu sichern.

Gute und schlechte Eigenschaften

Protagonist und Antagonist müssen gute und schlechte Eigenschaften besitzen. Es sei denn du schreibst ein Märchen, da darf die gute Fee nur gut und der Drache nur böse sein. Märchen sind auf andere Art tiefsinnig. Oder du schreibst Trivialliteratur. Da darf es noch die schnurbartzwirbelnden Finsterlinge geben und die selbstlosen Zorros  dürfen ihr Z in den Schnee ritzen und unerkannt verschwinden.

Der Wille des Protagonisten bringt die Handlung hervor!

Übung: Finde drei Bücher/Filme/Fernsehsendungen und beschreibe, was der Protagonist will.

Mittel zur Charakterisierung des Antagonisten

Physische Ticks: Unwillkürliches Blinzeln, ständiges Schniefen, zupfen am Ohrläppchen,
Psychische Tics: Zwanghaftes Wiederholen von Satzenden.
Zwinkert anderen zu, Hustet ständig zwanghaft. Ordnungswahn. Messie.

Verhalten gegenüber Menschen:

Extrem charmant
Übertrieben ehrerbietig
Unhöflich, arrogant, gelangweilt
Schlaffer Händedruck (wie ein Spüllappen)
Schaut an einem vorbei. Lächelt nur mit dem Mund, riecht nach Gyros mit Tsaziki

Namen die übel klingen: Udo Ucks

Protagonisten durchlaufen eine Entwicklung

Sie erkennen  ihre Bestimmung und lernen dass sie ihre Lebensumstände verändern müssen.

Beispiel: Der Hobbit Frodo Beutlin.

Charakterisierung

Frodo ist in den Besitz des Rings der Macht gelangt und begreift in einem langen und schmerzlichen Prozess, dass es an ihm ist, den Ring zu vernichten. Dabei helfen ihm seine Freunde. Das ist die Grundlage für seine Handlungen.

Protagonisten und Antagonisten verfolgen ihre Ziele mit Energie und Willensstärke.

Beide dürfen einander in nichts nachstehen, denn wenn einer die Oberhand gewinnt, ist deine Geschichte zu Ende.

Als Schriftsteller darfst du deinem Protagonisten alles zumuten, was du in deinem Leben niemals haben möchtest: Angst, Todesgefahr, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Feinde.

Und der Protagonist? – Er darf nicht aufgeben, nie sein Ziel aus den Augen verlieren auch wenn das Schicksal ihn unbarmherzig niederknüppelt. Die Leser werden ihn dafür lieben. Hier am Beispiel von Gabriel Garcia Marquez Roman:

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Fermina heiratet den reichen Arzt Dr. Urbino. Florentino arbeitet sich bis zum Direktor der Dampfschifffahrtsgesellschaft hoch um gesellschaftlich mit Fermina verkehren zu können. Nach Dr. Urbinos Tod im hohen Alter wirbt er wieder um sie und wird schroff abgewiesen. Aber auch dann gibt er nicht auf und schließlich erhört sie ihn doch.

So viel für heute. ich hoffe der Artikel hat dir geholfen.

Übungen

Lass dir eines versichern: Schreiben lernst du nur, indem du es unentwegt tust.

Mein Nächster Beitrag: Übungen auf dem Weg zum Meister.

Wenn du gute Charaktere erschaffen hast, ist der Weg zur guten Geschichte nicht mehr weit. Wie du einen guten Anfang machst erfährst du in meinem Beitrag

Einfache Schritte zum Entwurf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt

Wie schreibt man ein Exposé? —

Wenn Du Dich für die traditionelle Veröffentlichung bei einem Verlag entschieden hast, musst Du für gewöhnlich allen Agenten, denen Du das Buch vorstellten willst, ein Exposé zukommen lassen. Hier findest Du heraus, was genau Du tun musst.

über Wie schreibt man ein Exposé? —

Kreatives Schreiben, Spannung

Eine spannende Szene schreiben

„Malen nach Zahlen“,

wirst Du vielleicht sagen, wenn ich Dir das folgende Schema präsentiere. Aber es wird von vielen Profis benutzt und in der Literatur oft empfohlen.

Du musst Dich nicht daran halten aber ich glaube, es wird Dir helfen zu verstehen, wie Spannung entsteht

Spannende Szene schreiben Kreatives Schreiben

Die MRU beschreibt den Ablauf realistisch.

In einer MRU beschreibst Du einen Ablauf genau so, wie er tatsächlich stattfindet und  erzeugst im Leser die tiefen Gefühle, die er sich wünscht.

– Es ist tatsächlich so einfach.

Motivation Reaction Units

War das zu abstrakt? – Hier ein einfaches Beispiel.

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Der Trick besteht darin, die Reihenfolge konsequent einzuhalten. Denn wenn der Tiger vom Baum springt, möchte der Leser dringend wissen, was Jack jetzt tun wird.

Aber das darfst du ihm noch nicht sagen!

Du schreibst erst mal einen ganzen Absatz über das, was der Tiger tut, – malst die Bedrohung genüsslich aus. Kein Wort über die Reaktion von Jack oder Jacks Befindlichkeiten. Schriftsteller sind Sadisten. Sie stürzen ihre Protagonisten in immer neue Katastrophen und lassen den Leser vor Spannung sterben.

Und im neuen Absatz beschreibst du ausschließlich die Gefühle von Jack, denn die kommen in einer solchen Situation zuerst hoch. Und immer noch fiebert der Leser, denn Jacks Gefühle werden ihn vor dem Tiger nicht retten.

Gleiches gilt für den Reflex, die rationale Aktion und die Sprache. Beschreibe sie in separaten Abschnitten, halte die Reihenfolge ein und vermische sie niemals untereinander.

Das ist es schon.  -Einfach und wirkungsvoll.

Noch ein Tipp: Lass den Tiger nicht sterben oder wenn, nur durch die Hand eines Schurken, der nun seinerseits Jack bedroht.

Und mit der neuen Bedrohung beginnt, – du ahnst es schon- die nächste MRU.

Und hier noch eine Übung, die uns in den Kursen viel Freude gebracht hat

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Die Erfahrung: Trotz vorgegebenem Schema schreibt jeder auf seine ganz eigene Weise.

Ich wünsche Dir viel Freude.

Meine Pläne: Ein paar Tage Kanu fahren und dann weitere Lektionen einstellen.

Außerdem möchte ich einen Newsletter integrieren, der dich über neue Beiträge informiert.

So long

Dirk