Buch schreiben, fiction, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt

Füllwörter: Eigentlich einfach nur unnötig? — Writing Chills

Hallo, Schreiberlinge! Ihr habt sicherlich schon mal von „Füllwörtern“ gehört, oder? Sie tummeln sich in unseren Texten und Geschichten, teilweise, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Auch ich benutze gerne Füllwörter, ich denke sogar, ziemlich viele. Aber stimmt es wirklich, dass Füllwörter überflüssig sind, unsere Texte sogar verschlechtern? Um eins vorwegzunehmen: die finale […]

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Groß oder klein? Anredepronomen richtig schreiben — Romane und Geschichten schreiben

Ein sehr nützlicher Artikel der Autorin und Lektorin Isa Schikorski, den ich, mangels eigener Germanistischer Qualifikationen, hier mal einfach weitergebe.

»Bitte reichen Sie (oder sie?) mir das Brot«, sagte der Baron zu seiner Tischdame. »Kannst du (oder Du?) mir mal die Butter geben?«, sagte Karl zu Eva. – Dass die Orthografie ein weites und schwieriges Feld ist, wissen Sie aus eigener Erfahrung. Zusätzlich erschwert wird das Bemühen um korrekte Schreibweisen durch die verschiedenen Reformen der […]

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Buch schreiben, Kreatives Schreiben, Schreibwerkstatt

Was man von diesen 3 Autoren lernen kann — Caro Stein

Ein großartiger Artikel den ich hier einfach mal weiter gebe.

Es schadet nie, wenn man mal einen Blick auf bereits erfolgreiche AutorInnen wirft und sich ansieht, warum sie überhaupt erfolgreich sind. Was machen sie anders oder besser als andere? Natürlich spielt Glück eine ganz große Rolle. Schließlich kann man kaum beeinflussen, bei welchem Lektor das Manuskript landet. Vielleicht findet Lektor A das Manuskript nicht gut, […]

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fiction, Gut und lebendig schreiben, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du anfängst zu schreiben.

Was ist die Prämisse deines Textes?.

Die Prämisse ist das, was du in deinem Text beweisen willst.

Beispiele:

Verbrechen lohnt sich

Wenn dein Protagonist nach seinem Coup glücklich, reich und hochgeachtet in Südamerika lebt, dann ist „Verbrechen lohnt sich“ die Prämisse.

Die Prämisse ist also keine universelle Wahrheit oder Moral. Sie bezieht sich nur auf das, was in deinem Text passiert.

Verbrechen lohnt sich nicht

Das ist die Prämisse des Krimis, in dem der Täter vom Ermittler überführt wird und im Knast landet. Dass immer genau dies passiert, gehört zu den Konventionen des Genres und die Leser wollen erstaunlicherweise immer wieder genau das.

Rache ist keine Lösung

Das wäre die Prämisse für Hamlet, der den Mord an seinem Vater rächen will und nur noch mehr Blut vergießt.

Die Liebe siegt am Ende doch

Das ist die Prämisse des Adelsromans, in dem die junge, warmherzige Bürgerliche den Grafen abkriegt, obwohl seine Mutter ihm schon eine Frau seines Standes zugedacht hat. Dass auch in diesem Genre immer die gleichen Dinge passieren, scheint niemanden zu stören. Im Gegenteil, es sind die Konventionen des Genres und die Leser wollen genau das lesen. -Immer wieder.

Die Prämisse ist also

der zentrale Gedanke oder das fundamentale Gefühl, der rote Faden, der Kompass, das Konto, auf das jeder deiner Sätze einzahlt, der Kristallisationspunkt und die Leitplanke deines Plots.

Autobiographisches Schreiben

Die Prämisse bietet das, was viele Menschen in ihrem oft so konfusen Leben vermissen:

  • Dass Leid, und Anstrengungen einen Sinn haben.

  • Dass das Leben mehr ist, als eine Reihe von zufälligen und sinnlosen Episoden.

Die Prämisse erleichtert dir das Schreiben

Wen du dir über die Prämisse klar bist, kannst du jeden Gedanken von vornherein daraufhin untersuchen, ob er die Prämisse stützt. Du segelst mit Kompass.  Unnützes wirst du nicht mehr so oft schreiben und, wenn du es geschrieben hast, leichter erkennen.

Die Prämisse muss glaubhaft und für deine Leserschaft akzeptabel sein

Wenn du beweisen willst, dass ein einzelner Mann eine Armee besiegen kann, dann wirst du Mühe haben. Wenn es dir gelingt, kann es großartig sein. Wenn aber deine Leser keine Akzeptanz für  Kriegshelden haben, werden sie an der Geschichte keinen Gefallen finden.

Eine Geschichte darf nur eine Prämisse haben

Denn sonst kippst du Wasser in den Wein.

Wenn du in einer Geschichte beweisen willst, dass Liebe am Ende immer siegt und dass Verbrechen sich nicht lohnt und dass sich Verbrechen manchmal doch lohnt, (was ja  alles stimmt) dann verwirrst du den Leser und verhinderst seine Identifikation.

Alles klar? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

(Schließlich kann man das ja auch ganz anders sehen)

Kreatives Schreiben, Motivation, Selbsterkenntnis

Jeder ein Schriftsteller?

Meine Antwort: Nein

Ich gebe Kurse im Kreativen Schreiben und jeder, wirklich jeder bringt dort seine Gedanken zu Papier, tauscht sich mit Anderen aus, gewinnt Selbsterkenntnis,  lernt achtsamer durch die Welt zu gehen und Sprache besser zu gebrauchen.

Und jeder macht die beglückende Erfahrung, dass er nichts braucht als Schreibblock, Bleistift und ein paar aufgeschlossene Menschen um gemeinsam in die Welt der Phantasie zu reisen.

Aber Schriftsteller? Ich zähle hier einfach mal auf:

  • Warten nicht, bis die Muse sie küsst. Aber die Muse weiß, wo sie zu finden sind:    Zu ganz bestimmten Zeiten am Schreibtisch.
  • Schreiben zur Prime-Time, also zu der Zeit, die andere für ihre wichtigsten Freizeitbeschäftigungen benutzen.
  • Lesen viel, weil sie Bücher lieben und lernen nebenbei eine gute von einer schlechten Stilistik, einen glaubwürdigen von einem unglaubwürdigen Text zu unterscheiden.
  • Und ja, -du hast es schon verstanden, es ist gut mal ein „schlechtes“ Buch zu lesen. Hölzerne Charaktere, unnütze Adverbien und Füllwörter, Achterbahnfahrten durch alle Stilschichten, scheußliche Passivformulierungen und Stereotype Handlungsabläufe schärfen den Blick. Du darfst dich auch hemmungslos amüsieren, wenn die Schreiber ihr Thema nicht kennen und sich deshalb auch nur in Allgemeinplätzen darüber auslassen können.

Kreatives Schreiben Ausdruck

Über den richtigen Ausdruck hatte ich schon geschrieben:      Der richtige Ausdruck?

Und jetzt kommt das Wichtigste:

Lerne, in der Welt deiner Phantasie zu leben.

Verteidige sie gegen jeden Zugriff. Gewöhne dir den Medienkonsum ab. Das Gelaber von Werpapierexperten und Talkmastern, die Kriege, die Produktwerbung. all dies Getöse lenkt dich von deiner Innenwelt ab, verdrängt deine Gedanken und Gefühle oder lässt sie unwichtig erscheinen. Es kann helfen morgens als Erstes, wenn du deinen Träumen noch näher bist als dem, was andere als die „Realität“ bezeichnen zu schreiben. Warum sollen deine geistige Welt, deine Träume weniger wert sein? Tolkien hat über Zwerge mit haarigen Füßen geschrieben…

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser.             Doch sie vergessen niemals ihren Weg.        

Mach also die Türe hinter dir zu und tauche ab in Deine Welt.

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar.

Wenn er dir nicht gefallen hat freue ich mich erst Recht.

 

Dialog, Gut und lebendig schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur, Professionell schreiben, Schreibwerkstatt

Dialoge auf Speed

Hier zeige ich dir, wie du aus dem langweiligen Geplauder mit dem Autoren ihre Leser vergraulen einen Stoff destillierst, der süchtig macht -Mega-süchtig sogar.

Und es ist ganz einfach.

Akzeptiere, dass ein Dialog nicht das ist, was sich Leute so erzählen. Ein Dialog ist ein Kunstprodukt. Die drei Wichtigsten Zutaten lauten:

1. Konflikt, 2. Konflikt, 3. Konflikt

Hier ein Beispiel, wie du aus „nettem Geplauder“ einen Stoff mit Suchtpotenzial anmischst:

Das nette Geplauder lautet:

Wie geht es dir? Antwort: Sehr gut.  (Leser schläft schon)

Füge der Antwort zwei kleine Worte hinzu und schon hast du eine Rakete am Start:

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Wenn du in einer Partnerschaft lebst, weißt du:           Bei indirekten oder ausweichenden Antworten ist was im Busch!

Legen wir noch eins drauf:

Dialog schreiben

Hier geht schon die Post ab. Der Leser will jetzt wissen, was los ist. Aber das darfst du ihm noch nicht sagen. Lass die beiden noch ein Weilchen aufeinander eindreschen, lass das Telefon klingeln oder jemanden zu Besuch kommen. Der Leser will wissen worin der Konflikt besteht. Er wir weiter lesen, denn du hast ihn am Haken.

Sehr gut auch: Die Gegenfrage.

Wie geht es dir?

Warum fragst du?

oder

Warum fragst gerade du das? 

 

Und hier eine kleine Übung bei der du hemmungslos gemein sein darfst!

Finde die Niederschmetterndste Antwort auf

„Ich liebe Dich.“

Dialog3

Die korrekte aber langweilige Antwort wäre:

„Ja, ich liebe Dich auch.“

Mit

„Ich liebe dich ja auch“

hast du schon starken Zweifel gesät. Geben wir noch ein Wort hinzu: „Eigentlich“

Viele Beziehungen befinden sich im „eigentlich“- Stadium. Das Gefühl ist zwar weg aber man nährt die Illusion, das es „eigentlich“ noch da ist oder sein könnte.-Irgendwo jedenfalls. Aber Gefühle, die man nicht fühlt, gibt es eben nicht.

„Eigentlich liebe ich Dich ja auch“

Das ist dann schon niederschmetternd. Auf jemanden, der mich „eigentlich“ liebt, könnte ich jedenfalls gut verzichten.

Aber da geht noch viel mehr. Wie wäre es mit:

„Ich dachte mit dem Thema wären wir durch“

Sicher fallen dir noch ein paar niederschmetternde Antworten ein. Mich würden sie brennend interessieren.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar. Vielleicht mit der allerniederschmetterndsten Antwort.

 

 

 

 

Charakterisierung, Dialog, Kreatives Schreiben, Professionell schreiben, Schreiben für Profis, Schreibwerkstatt

Übungen auf Deinem Weg zum Meister

Um richtig gut zu werden hier die Regeln Eins bis Drei. Sie lauten:

  Du musst sehr viel schreiben!

Hier findest Du gute und  erprobte Schreibübungen. Sie haben aber alle einen Nachteil: Du musst sie machen. -Nur lesen reicht nicht.

Die einfachste Methode um anzufangen ist ein Cluster. Hier siehst Du, wie man Clustert und warum es so hilfreich ist:        Angst vorm leeren Blatt?

Eine Vorschau deiner Schreibaufgaben.

Fange immer mit einem Cluster an und entwickle daraus einen Text. Und wenn du dabei den Eindruck gewinnst, dass deine Gedanken völlig banal und zum Gähnen langweilig sind, lass dir sagen: Das passiert jedem. -Nur weiterschreiben hilft.

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Ein Menschenauflauf vor der Flüchtlingsunterkunft kann viele Gründe haben. Beim Clustern werden dir welche einfallen. Formuliere sie und vielleicht wird eine kleine Geschichte daraus.

Schreibe sie aus mehreren Erzählperspektiven: Ein kleines Mädchen, das aus dem Fenster der Unterkunft schaut, ein Polizist, Pizzabäcker von gegenüber, Obdachloser, Millionär, Macciavellist, oder die Bundeskanzlerin…

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Vom ewigen Licht bis zur Glühlampe. was sind Deine Ideen?

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Hier zwei Begriffe, die nah beieinander liegen. Sie bringen Spannung.

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Eine Übung in „Perspektive“

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Clustere und schreibe aus Sicht des Steins

 

Beschreibe zuerst ganz genau was du siehst, hörst, riechst sowie deine Körperempfindungen und Gefühle. Wenn du dann noch Metaphern findest, bist du gut unterwegs.

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Beim Schreiben musst du dich immer für eine Perspektive entscheiden. Hier für die des Schiffswracks.

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Clustere und schreibe aus Sicht des Wracks

 

 

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Du darfst auch über Dich schreiben.

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Ein Gegensatzpaar erzeugt Spannung.

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Was fällt dir zu den beiden Süßen ein?-Das Bild ist ziemlich berühmt.

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Und da fällt mir noch ein schön-rätselhaftes Zen-Gedicht ein. Es hat nur zwei Zeilen und reimen tut sich nichts. Aber mir ging es wochenlang nicht aus dem Kopf. Es war mein Koan. Wann kommt deine Erleuchtung?

Die wilden Vögel hinterlassen keine Spuren auf dem Wasser,

doch sie vergessen niemals ihren Weg.

 

 

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