Die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du anfängst Dein Buch zu schreiben.

Was ist die Prämisse deines Textes?

Die Prämisse ist das, was du in deinem Text beweisen willst.

Beispiele:

Verbrechen lohnt sich

Wenn dein Protagonist nach seinem Coup glücklich, reich und hochgeachtet in Südamerika lebt, dann ist „Verbrechen lohnt sich“ die Prämisse.

Die Prämisse eines Literarischen Textes ist also keine universelle Wahrheit oder Moral. Sie bezieht sich nur auf das, was in deinem Text passiert.

 

Verbrechen lohnt sich nicht

Das ist die Prämisse des Krimis, in dem der Täter vom Ermittler überführt wird und im Knast landet. Dass immer genau dies passiert, gehört zu den Konventionen des Genres und die Leser wollen erstaunlicherweise immer wieder genau das.

 

Rache ist keine Lösung

Das wäre die Prämisse für Hamlet, der den Mord an seinem Vater rächen will und nur noch mehr Blut vergießt.

 

Die Liebe siegt am Ende doch

Das ist die Prämisse des Adelsromans, in dem die junge, warmherzige Bürgerliche den Grafen abkriegt, obwohl seine Mutter ihm schon eine Frau seines Standes zugedacht hat. Dass auch in diesem Genre immer die gleichen Dinge passieren, scheint niemanden zu stören. Im Gegenteil, es sind die Konventionen des Genres und die Leser wollen genau das lesen. -Immer wieder.

Die Prämisse eines Textes ist also

der zentrale Gedanke oder das fundamentale Gefühl, der rote Faden, der Kompass, das Konto, auf das jeder deiner Sätze einzahlt, der Kristallisationspunkt und die Leitplanke deines Plots.

Autobiographisches Schreiben

Die Prämisse eines Literarischen Textes bietet das, was viele Menschen in ihrem oft so konfusen Leben vermissen:

  • Dass Leid, und Anstrengungen einen Sinn haben.

  • Dass das Leben mehr ist, als eine Reihe von zufälligen und sinnlosen Episoden.

Die Prämisse erleichtert dir das Schreiben

Wen du dir über die Prämisse klar bist, kannst du jeden Gedanken von vornherein daraufhin untersuchen, ob er die Prämisse stützt. Du segelst mit Kompass.  Unnützes wirst du nicht mehr so oft schreiben und, wenn du es geschrieben hast, leichter erkennen.

Die Prämisse muss glaubhaft und für deine Leserschaft akzeptabel sein

Wenn du beweisen willst, dass ein einzelner Mann eine Armee besiegen kann, dann wirst du Mühe haben. Wenn es dir gelingt, kann es großartig sein. Wenn aber deine Leser keine Akzeptanz für  Kriegshelden haben, werden sie an der Geschichte keinen Gefallen finden.

Eine Geschichte darf nur eine Prämisse haben,

denn sonst kippst du Wasser in den Wein.

Wenn du in einer Geschichte beweisen willst, dass Liebe am Ende immer siegt und dass Verbrechen sich nicht lohnt und dass sich Verbrechen manchmal doch lohnt, (was ja  alles stimmt) dann verwirrst du den Leser und verhinderst seine Identifikation.

Alles klar? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

(Schließlich kann man das ja auch ganz anders sehen)

Ein Kommentar zu „Die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du anfängst Dein Buch zu schreiben.

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