Ryokan, Gier und Geistesgift

Ryokan kennt in Japan jedes Kind.

Wenn Du nicht von Dingen tief in deinem eigenen Herzen schreibst, was ist dann der Sinn so viele Worte zu machen?

Ryōkan, Zen-Mönch, Eremit und Dichter *1798

„In diesem Dorfspielend mit den Kindern lasse ich wieder und wieder den kleinen Ball springen. Möge dieser Frühlingstag niemals verschwinden in der Abenddämmerung.“

Ryokan

Ryokan wollte die Herzen der Menschen berühren.

Und warum schreiben wir?

Mehr Reichweite, hohes Google-Ranking, eine gute Konversion-Rate, mehr Follower und Abonnenten. Die Texte und Videos: SEO-gerechte Konstrukte,die ihre immer gleiche, geistlose Struktur den Suchalgorithmen verdanken. Und immer nur ein Ziel: Hohe Einnahmen aus dem Online-Shop, aus Werbung, Produktplacement, Affiliate-Marketing (dem Handel mit Verlinkungen und den daraus resultierenden Klicks) mit Verkäufen oder aus vielen Arten von Schleichwerbung.

Es geht ums Geldverdienen, sagen uns die Desperados des Internet-Marketings

Eine Schar von Getriebenen, die sich gegenseitig mit allen Tricks das Geld aus der Tasche zieht. Ihr Lebensgefühl: Gier. Ihre erfolgreichste Masche: Seiten, in denen einem das Geld aus der Tasche gezogen wird mit dem Versprechen, dass es ein System gibt, wie man anderen das Geld aus der Tasche zieht. Darüber soll man Bücher, Seminare und Coachings erwerben.

Glaubt ihnen nichts!

In den teuren Seminaren wird nichts anderes vermittelt, als das, was in den Tutorials, zum Beispiel von WordPress und Yoast bestens erklärt wird. Ergänzt natürlich um großmäulige Versprechen für das schnelle Geld, das „fünfstellige Business“ innerhalb von sechs Wochen. Diese Desperados werden nur noch verbrannte Erde hinterlassen und ein Irrenhaus, wo kein denkender Mensch mehr freiwillig hin will. Da balgen räudige Kläffer um die letzten verkohlten Knochenreste. Und Ryokan?

Was hätte Ryokan gesagt?

Überlegt mal, ob ihr damit glücklich seid“, hätte Ryokan vielleicht gesagt und „Ist die ständige Gier nicht wie ein Gift in eurem Geist? Ist sie nicht ein Zustand permanenten Unglücks? Bedenkt, dass ihr nichts mitnehmen könnt, wenn Ihr sterbt und was angesichts dieser unumstößlichen Tatsache noch von Wert ist. Alles andere lasst fallen.

Vielleicht mehrt sich auch die Zahl jener, die den Versprechen der Desperados nicht mehr glauben, die ihrem „Call to Action“ nicht mehr folgen.

Weil sie etwas zu sagen haben.

Weil sie in der kurzen Zeit ihres Lebens etwas Sinnvolles bewirken wollen.

Die Desperados werden sich von deren Seiten fernhalten. Sie verstehen ja gar nicht, worum es geht. Schade, ein bisschen denken und fühlen hat noch niemandem geschadet.

Und hier noch mal Meister Ryokan:

„Im Schatten der Bergewasserdurchzogenes Moos, Rinnsale zwischen den Felsen – langsam werde ich ein wenig klarer.“

Ryokan

Welchen Sinn macht das Leben, wenn jeder nur an sich selbst denkt. Das Internet soll verbinden und zur Verständigung beitragen. Ich suche deshalb Schriftsteller, Blogger und Texter, denen Zusammenarbeit und Vernetzung ein Anliegen sind, für eine Kette aus Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. An Ideen fehlt es nicht. Einige habe ich hier formuliert. Vielleicht hast Du ja auch welche.

Herzlichst, D.H. Ludwig, der Sinnfinder von Schreibrausch.

Ich schreibe für Sinnsucher, Schriftsteller, Blogger und Texter, gebe Kurse in Kreativem Schreiben und Webpublishing. Die Themen reichen von der Charakterisierung über Dialoge, Plotten und Überarbeiten bis zu Hilfestellung bei Veröffentlichung, Web-Publishing und SEO. Weiter beschäftigt mich, was das Schreiben mit uns macht, wie es zur Entwicklung beiträgt, wie es unser Leben mit Sinn erfüllen kann. Humor kommt dabei nicht zu kurz. Über Deine Fragen, Nachrichten und Kommentare freue ich mich.

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12 Kommentare zu „Ryokan, Gier und Geistesgift

  1. Es ist ein langer Weg das zu erkennen, was er sagte. Ein weiterer, guter Spruch stammt von einem durchaus umstrittenen Menschen – Aleister Crowley: Tu was du willst, sei das einzige Gesetz.
    Hm. Was er damit wohl meinte?
    Lesen wir tiefer, dann ist es nicht die schnelle Erfüllung nach etwas aus der Werbung, sondern die Erkundung des eigenen Ich, des inneren Sein und diesem folgen – wie einen goldenen Pfad im Leben. Einfach die Ablenkungen mal beiseitetun.
    Zwei so unterschiedliche Welten und doch so ähnliche Gedanken, denn eines stimmt schon: Wir nehmen nicht einmal das letzte Hemd ins nächste Leben mit, nur die Erinnerungen, Gefühle und vielleicht Gedanken und spüren es als Ahnung im nächsten Leben.

    1. Tu was du willst, sei das einzige Gesetz. Was er damit wohl meinte? Vielleicht dass man andere Menschen mit Moral und Geboten nicht glücklich macht, weil man sich selbst damit nicht glücklich macht. Am Ende tut dann keiner mehr das, was er wirklich will. Aber um das eigene Gesetz zu sein, muss ich mich tief erkennen. Mein Weg: Meditation.

      1. Meditation ist ein guter Weg sich selber mehr zu erfahren … seien wir doch mal ehrlich zu uns selbst und fragen uns, wissen wir wirklich, was wir im tiefsten Inneren tatsächlich wollen?

      2. Vielleicht aufhören immer was zu wollen – einfach zu sein – keine Ahnung. In einem tieferen Sinne jedenfalls gilt der Satz, dass es nichts zu erreichen gibt.

      3. das hat schon etwas seeeehr Zen-lastiges an sich 😉

        und es ist etwas, das meine Muse mal sagte … oder seinen Worten sehr ähnlich war – erst wirklich frei bist du, wenn du kein Wollen und kein Wünschen mehr hast …
        WIE er das meinte, begreif ich jetzt erst ganz langsam und die Erkenntnis war tränenreich und schmerzvoll, ABER gut, den Weg gegangen zu sein 🙂

      4. sehr in Richtung Za-Zen …
        einer meiner Sachen, wo ich immer noch dran „arbeite“ ist beispielsweise … ich kenne es so, immer feilen, dran arbeiten und nur nicht aufgeben … statt die Dinge auch mal grade sein zu lassen … das fällt mir dzt noch sehr schwer …
        Aber das Leben ist einfach ein Fluss, da gibt es keine Gerade in dem Sinne und wir können nicht ständig an etwas feilen und arbeiten … es sollte einem auch bis zu einem gewissen Grad egal sein … ach verflixt, das ist nicht so einfach wie es scheint … hrmpf

      5. „Aber das Leben ist einfach ein Fluss, da gibt es keine Gerade“, das gefällt mir und hat mich zu meinem neuen Artikel über den „Flow“ inspiriert. Danke

Ich freue mich auf deinen Kommentar!