Liebst du mich noch? III. Liebe im Dialog kreativ beschreiben

Für Sinnsucher, Schriftsteller, Blogger und Texter

Hier geht es allgemein um Charakterisierung beim Kreativen Schreiben und um die Liebe im Dialog. Für Schriftsteller, Blogger und Texter ist der Dialog eine große Chance, Menschen und ihre Konflikte zu Charakterisieren. Konflikte, das habe ich in den vorangegangenen Beiträgen Liebst du mich noch II und Liebst du mich noch I gezeigt, leben oft von der Verweigerung der gewünschten Kommunikation, von indirekten oder ausweichenden Antworten und Gegenfragen. Nicht das Problem wird besprochen, sondern der Partner auf Abstand gehalten und mit Nichtachtung gestraft, der nötige Dialog verweigert.

Aber auch Antworten können es in sich haben und einiges zur Charakterisierung beitragen:

Tom: „Ich liebe dich.“

Anna: „Ich liebe dich ja auch …“

Wären Sie mit dieser Antwort zufrieden? Ich finde das „ja“ ist so nett wie eine Giftspritze. Da steckt eher ein „Nein“ drin. Die korrekte Antwort wäre: „Ich liebe dich auch“ – aber das wäre, soviel wissen Sie schon, literarisch langweilig, taugte allenfalls für die letzte Seite.

Wir verschärfen den Konflikt durch ein zusätzliches Wort:

Anna: „Ich liebe dich ja eigentlich auch.“

Das ist dann schon niederschmetternd. Auf jemanden, der uns „eigentlich“ liebt, können wir sicherlich gut verzichten. Eigentlich dient der Dialog der Kommunikation, hier wird sie verhindert. Außerdem folgen wir hier einer wichtigen Regel des Kreativen Schreibens indem wir Spannung aufbauen. Der Leser will schließlich wissen, was es noch auf sich hat, mit dieser Liebe.

Viele Beziehungen befinden sich im „eigentlich“-Stadium. Das Gefühl ist zwar weg, aber man nährt die Illusion, dass es „eigentlich“ noch da ist oder da sein könnte. Es gibt nur noch eine leere Hülle, ein Konzept oder eine Sprachregelung, auf die man sich vor langer Zeit geeinigt hat. Die Gefühle – wo sind sie geblieben? – haben sich vom Acker gemacht und fehlen unentschuldigt. Alles ist fade, wie abgestandener Kaffee mit zu viel Büchsenmilch. Das kann doch nicht sein, das darf nicht sein. Es ist unfassbar. Keine Liebe kein Dialog, kein Dialog, keine Liebe. Traurig, aber beim Kreativen Schreiben geht es nicht um die heile Welt – die ist zu langweilig.

Im nächsten Beitrag wird es dann ein paar richtig perfide Antworten geben, bei denen uns eiskalte Schauer anwehen. (Meinen Seminarteilnehmern fiel dazu so einiges ein.)

Und danach beschreibe ich die wirkliche Liebe. Es gibt sie nämlich…

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Ich schreibe für Sinnsucher, Schriftsteller, Blogger und Texter, gebe Kurse in Kreativem Schreiben und Webpublishing. Die Themen reichen von der Charakterisierung über Dialoge, Plotten und Überarbeiten bis zu Hilfestellung bei Veröffentlichung, Web-Publishing und SEO. Weiter beschäftigt mich, was das Schreiben mit uns macht, wie es zur Entwicklung beiträgt, wie es unser Leben mit Sinn erfüllen kann. Über Deine Fragen, Nachrichten und Kommentare freue ich mich.

Herzlichst, D.H. Ludwig, der Sinnfinder.

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