Warum Kreatives Schreiben?

Warum willst du schreiben? Das ist die Generalfrage  und deshalb gehört sie an den Anfang.

Und, gleich mal vorab, ich kann dir nicht sagen warum gerade Du schreiben sollst.

Hier eine Auswahl von Gründen, teils aus der Fachliteratur und teils von Seminarteilnehmern. Ob dies aus deiner Sicht gute Gründe sind, kannst du selbst entscheiden.

Kreatives Schreiben Buch schreiben

 

„Erkenne dich selbst“

Buch schreiben

stand über dem Eingang des Apollon-Tempels in Delphi, einem der wichtigsten Heiligtümer der Antike. Und Apollon war in seinem „Resort“ in Personalunion unter Anderem für die Dichtkunst und die Heilkunst zuständig.

„Erkenne dich selbst und gesunde“ ist übrigens als „Langversion“ überliefert, aber vielleicht reichte oben auf dem Tempel ja der Platz nicht 😉

Unter Anderem auf Selbsterkenntnis verweisen folgende der oben angegebenen Punkte:

  1. Ich möchte mich selbst ausdrücken

  2. An sich selbst arbeiten

  3. Sich kennenlernen

  4. Gemeinschaft und Austausch mit Menschen

  5. Therapeutisches Schreiben

Wenn ich mich ausdrücken, an mir arbeiten, mich kennenlernen oder therapieren will, dann stoße ich schnell auf die Frage „Wer ist eigentlich „ich“? , sind die Vorstellungen, die ich von mir habe zutreffend oder sind es Täuschungen?

Die Beschäftigung mit selbst verfassten Texten kann helfen, weil sie uns zur Reflexion bringt und im besten Fall auch unsere Leser. Und natürlich, wenn wir unsere Texte mit denen anderer Kursteilnehmer vergleichen, tun sich neue, ungeahnte Sichtweisen auf, weil die durch ihre eigene, ganz andere Brille sehen. Zum Therapeutischen schreiben brauchst du übrigens einen entsprechend ausgebildeten Lehrer, da kann ich dir nicht helfen.

Hatten sie vielleicht eine Offenbarung?

Das ist kein Witz, denn Judentum, Christentum, die Lehre Buddhas und der Islam berufen sich  auf Offenbarungen.  Und auch Rudolf Steiner begründete seine Lehre letztlich mit Offenbarungen.  Erkennen wir einfach die Tatsache an, dass Schriften, deren Verfasser sich auf Offenbarungen berufen, große Verbreitung gefunden haben.

Dem Leser eine Erfahrung vermitteln, die über sein alltägliches Erleben hinausgeht.

Das sollten wir versuchen, am Besten indem wir unsere Texte gut recherchieren und indem wir in Sachen Selbsterkenntnis tief getaucht sind. Aber mal ehrlich: Kennst du das alltägliche Erleben deines Lesers?

Einsichten ermöglichen, die durch Konvention und Schamgefühl blockiert waren.

Auch hier gilt: Wir kennen den Leser ja nicht und wissen nicht, ob bei ihm Einsichten blockiert sind. Aber trotzdem,- Konventionen und Gefühle zu hinterfragen kann sich lohnen.- für den Leser und für den Schreiber.

Dem Autor Vergnügen bereiten

ist aus meiner Sicht einer der besten Gründe zu schreiben und wer es einmal erlebt hat, der will es nicht mehr missen.

Ich habe etwas zu sagen

Du stehst auf einer Bühne vor einem riesigen Publikum. Vor dir die Mikrophone der Weltpresse, neben dir ein Gebirge von Lautsprechern.

Es herrscht gespannte Stille und all die Menschen wollen nur eines von dir hören:

Worum geht es in deinem Text eigentlich?

Du hast zwei Sätze.

Wenn dein Text eine klare Aussage hat, dann wird es dir gelingen, sie in zwei Sätze zu packen, vielleicht sogar in einen. Wenn es nicht gelingt, handelt er vielleicht von Allem und von Nichts. Probiere es mit einem eigenen oder fremden Text aus.

Hier Hamlet in zwei Sätzen:

Claudius, des Königs Bruder, ermordet den Herrscher, reißt die Krone an sich und heiratet Gertrude, die Witwe des Königs. Prinz Hamlet strebt danach, seinen Vater zu rächen.

(Der Rest ist Gemetzel)

Dem Leser ein Gefühlserlebnis vermitteln

Das wirst du schon müssen, denn sonst wird niemand weiter lesen.- Und das gilt auch für Sachbücher. -Es sei denn du schreibst ein Telefonbuch.

Wie Du dem Leser Gefühle vermittelst,- das zeige ich in einem meiner nächsten Beiträge.

So long

Schreibt wild und gefährlich!

Euer Dirk

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